Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Entwicklung

Die in 2017 teilweise deutlich über den Erwartungen liegende und weltweit nahezu synchrone Wirtschaftsdynamik führt bei führenden Wirtschaftsinstituten zu der Einschätzung, dass das Steigerungspotenzial der Weltwirtschaft insgesamt weitgehend erreicht scheint und jetzt in einen Stabilisierungsprozess übergehen wird. So sieht zum Beispiel die Weltbank1 mit einem weltweiten BIP-Wachstum 2018 von 3,1 % einen nur noch marginal verbleibenden Dynamikzuwachs der Weltwirtschaft gegenüber 2017 mit erwarteten 3,0 %. Ähnlich schätzt die OECD2 die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft ein, mit einem erwarteten BIP-Wachstum von 3,7 % in 2018 gegenüber 3,6 % in 2017. Das Fundament dieser relativ stabilen und bis 2019/20 erwarteten globalen Wirtschaftsentwicklung wird vor allem in den weltweit günstigen Finanzierungsbedingungen und ausgewogenen sowie stabilen Rohstoffpreisen gesehen, was letztlich in eine investitionsfördernde, zuversichtliche Grundstimmung bei den meisten Wirtschaftsakteuren führt. Andererseits verfestigt sich die Einschätzung, dass insbesondere aufgrund einer weltweit alternden Bevölkerung und abnehmenden Produktivitätsgewinnen zukünftig von einer langsamer wachsenden Weltwirtschaft auszugehen ist. Für 2018 erwarten die Weltbank wie auch der IWF3, dass die entwickelten Industriestaaten ihre Wirtschaftsdynamik aus dem Vorjahr fortsetzen werden und die Schwellen- und Entwicklungsländer diese noch einmal leicht steigern können. So prognostiziert der IWF für die entwickelten Industriestaaten insgesamt ein BIP-Wachstum 2018 von 2,3 % (2017: 2,3 %). Dabei wird allerdings innerhalb der einzelnen Industriestaaten bereits eine generell abnehmende Wirtschaftsdynamik erwartet, die nur durch eine nochmals deutliche Steigerung des U.S. BIP-Wachstums 2018 auf 2,7 % gegenüber 2,3 % in 2017 kompensiert wird. Bei den Schwellen- und Entwicklungsländern wird in 2018 mit einem BIP-Wachstum von insgesamt 4,9 % (2017: 4,7 %) langsam der Höhepunkt der Wirtschaftsentwicklung erwartet. In China wird hingegen damit gerechnet, dass der fortschreitende Wandlungsprozess zur Stärkung der Binnennachfrage durch Konsum und Dienstleistungen zu einer Wiederaufnahme des Trends eines sich verlangsamenden Wachstumstempos führt. IWF und Weltbank erwarten hier für 2018 ein BIP-Wachstum zwischen 6,6 % und 6,4 %. 

Die Weltbank und der IWF weisen erneut auf deutliche Prognoserisiken bei ihren Aussagen für 2018 hin, die vor allem in einer abrupten Veränderung der günstigen Finanzierungskonditionen und Verwerfungen an den weltweiten Finanzmärkten gesehen werden. 

1  Global Economic Prospects, January 2018
2  OECD Economic Outlook – No. 102, Update November 2017
3  World Economic Outlook, Update January 22, 2018

Ausblick der Messer Gruppe

Zum 31. Dezember 2017 weist die Messer Gruppe ein Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA von 1,0 auf, wobei für unsere Geschäftsaktivitäten außerhalb von China ein entsprechendes Verhältnis von 1,8 bestand. Die Mittelfristplanung der Messer Gruppe beinhaltet weiterhin die Nettoschuldenreduzierung unserer Geschäftsaktivitäten außerhalb von China. Mit geeigneten Investitionsaktivitäten wollen wir den Umsatz im Einvernehmen mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen steigern und ausgewählte Maßnahmen zur Stabilisierung oder Steigerung der Rentabilität der Messer Gruppe nutzen. 

Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung in Europa schätzen wir weiterhin verhalten positiv ein, wobei sich regional herausbildender Preis- und Wettbewerbsdruck sowie ein erneutes Aufleben der Stahlkrise oder auch einer Finanzkrise grundsätzlich hemmend auswirken können. In Europa steht damit weiterhin die optimierte Auslastung der in den letzten Jahren neu geschaffenen Produktionskapazitäten insbesondere in Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen und Spanien sowie ausgewählte neue Produktionskapazitäten bzw. Kundenprojekte (zum Beispiel in Slowenien oder Ungarn) im Mittelpunkt unserer wirtschaftlichen Entwicklung. Zukünftige Investitionsentscheidungen werden dabei im Einklang mit einer mittelfristig angestrebten Nettoschuldenkonsolidierung getroffen. 

Die Region China hat im abgelaufenen Geschäftsjahr rund ein Drittel des Umsatzes und über 40 % des EBITDA der Messer Gruppe erwirtschaftet. Das Verhältnis Nettobestand der Zahlungsmittel zu EBITDA beträgt in der Region China - 0,15. Das bedeutet, dass die Zahlungsmittel die Finanzschulden um 17,6 Mio. EUR übersteigen. Diese Zahlen belegen die weiterhin große Bedeutung unserer chinesischen Aktivitäten für den Gesamtumsatz, die Profitabilität und die Innenfinanzierung der Messer Gruppe. 

Wir gehen für die Zukunft unverändert von einem überdurchschnittlichen Marktwachstum in dieser Region aus, an dem wir in der ganzen Breite teilhaben wollen. Der Diversifikationsprozess des Absatzprofils in China wird dementsprechend weiter vorangetrieben. Hier sind wir in der fortgeschrittenen Umsetzungsphase eines umfangreichen Maßnahmenkataloges. Dazu gehören der Fokus auf das Neugeschäft im Nicht-Stahlsektor, die Entwicklung der Anwendungstechnik für das Flüssiggasegeschäft sowie der Ausbau des Spezialgase- und des CO2-Geschäfts. 

Im Bereich der für unsere Industrie bedeutsamen Energiekosten erwarten wir gemäß der aktuellen Einschätzungen der verschiedenen Wirtschaftsinstitute vorerst keine unverhältnismäßigen Preissteigerungen. 

Die Entwicklungen der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der Messer Gruppe sind für das Folgejahr wie folgt geplant:

Gesamtaussage

Die Messer Gruppe plant im Hinblick auf die immanent bestehenden Unsicherheiten i. d. R. vorsichtig. Der Zeitpunkt der Planungserstellung lag vor dem für unsere Aktivitäten in China vor allem sehr erfolgreichen 4. Quartal 2017. Daher sind die in der Planung 2018 zum Ausdruck kommenden Erwartungen für das Jahr 2018 betreffend Umsatz, EBITDA und ROCE aus heutiger Sicht zurückhaltend. Aktuell erwarten wir auch aufgrund der Ergebnisse der ersten beiden Monate des Geschäftsjahres 2018, dass der positive Trend des Jahres 2017 in China auch im Geschäftsjahr 2018 anhält. 

Bei der Planung sind wir davon ausgegangen, dass das neue Geschäftsjahr 2018 in Europa die Fortführung der wirtschaftlichen Erholungsphase mit allerdings abnehmender Dynamik erwarten lässt. In China wird der Trend einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik voraussichtlich wieder eintreten. Die globalen Rahmenbedingungen sind aktuell positiv, beinhalten aber deutlich erkennbare Risiken und stellen sich für die Prognoseerfüllung der Wirtschaftsentwicklung somit als große Herausforderungen dar. Risiken bzw. Unsicherheiten, die sich auf die für die Messer Gruppe relevante weltwirtschaftliche Lage auswirken können, sind vor allem in möglichen Verwerfungen einer zukünftig zu erwartenden Veränderung der Geldpolitik, einem weiterhin ungewissen Ausgang des Wirtschaftsumbaus in China und den noch unklaren Auswirkungen des „Brexit“ sowie potenzieller Handelskonflikte zu sehen. Dies wird weiterhin von unabsehbaren Belastungen aus den Krisenherden, insbesondere im nordafrikanischen und arabischen Raum, begleitet. 

Die Messer Gruppe sieht sich den anstehenden Herausforderungen gegenüber gut aufgestellt, positioniert sich in der kurzfristigen Erwartungshaltung allerdings weiterhin vorsichtig. Dabei wird der in der Planung erwartete Umsatzrückgang insbesondere durch die Annahme einer sich gegenüber 2017 wieder normalisierenden Wirtschaftsentwicklung in China und einer stärker werdenden Transaktionswährung Euro bewirkt. Die EBITDA- und ROCE-Entwicklung wird durch den erwarteten Umsatzrückgang bestimmt und durch die Prognose einer ungünstigeren Entwicklung des sonstigen betrieblichen Ergebnisses verstärkt. 

Zukünftige Investitionsentscheidungen werden weiterhin im Einklang mit einer mittelfristig angestrebten Nettoschuldenkonsolidierung unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten getroffen. Die dieser Zielsetzung angemessenen Investitionsaktivitäten, die aktuell in einem verstärkten Umfang die sich bietenden Chancen in China, Vietnam und ASEAN zum Ziel haben, und eine solide Ertragsentwicklung sollten einem nachhaltigen Anstieg der Nettoverschuldung bei der Messer Gruppe weiter erfolgreich entgegenwirken.

Zukunftsbezogene Aussagen

Der Prognosebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Diese Aussagen sind nicht als Garantien dafür zu verstehen, dass diese Erwartungen auch tatsächlich eintreffen. Die zukünftige Entwicklung sowie die von der Messer Gruppe erreichten Ergebnisse sind abhängig von einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten und können daher wesentlich von den hier getroffenen zukunftsbezogenen Aussagen abweichen.

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