Risikomanagement

Die Grundsätze der Risikopolitik werden von der Geschäftsleitung vorgegeben. Das Risikomanagement ist darauf ausgerichtet, den Bestand zu sichern und den Unternehmenswert zu steigern; somit ist es ein wesentlicher Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Durch die bestehende Managementstruktur und die Berichtsprozesse ist gewährleistet, dass nicht nur bestandsgefährdende Entwicklungen, sondern bereits Entwicklungen, die zur Gefährdung von kurzfristigen Unternehmenszielen (wie zum Beispiel EBITDA oder Cash Flow) führen können, zeitnah und regelmäßig an die maßgeblichen Stellen berichtet werden. Dadurch wird das Management in die Lage versetzt, rechtzeitig Maßnahmen gegen etwaige geschäftliche und/oder finanzwirtschaftliche Risiken ergreifen zu können. In den einzelnen Tochtergesellschaften sind Risikomanager benannt, die die lokalen Berichtsabläufe sicherstellen. Zur Gewährleistung der Gesamtübersicht erstellt der Risikomanager der Messer Gruppe in Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen jeweils zu Jahresbeginn einen gruppenweiten Risikobericht, der mit der Geschäftsführung erörtert und dem Aufsichtsrat der Messer Gruppe zeitnah zur Kenntnis gebracht wird. Die im Risikobericht erfassten Risiken sind kategorisiert und nach Eintrittswahrscheinlichkeiten klassifiziert. Die Risikosituation hat sich im Geschäftsjahr 2017 im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr bei der Risikowahrnehmung im marktwirtschaftlichen Vertriebsumfeld der Gesellschaften erhöht.

Für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken hat die Messer Gruppe adäquate Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass sich mögliche finanzielle Folgen durch eintretende Risiken in Grenzen halten bzw. gänzlich ausgeschlossen werden. Der Umfang dieser Versicherungen wird laufend in Anlehnung an die konkreten Bedürfnisse der Landesgesellschaften optimiert.

Im Geschäftsjahr 2017 wurden durch die Interne Revision der Messer Group insgesamt zwölf Statusprüfungen (alles Folgeprüfungen) bei europäischen Gesellschaften der Messer Gruppe durchgeführt. In China wurden von der dortigen Zentralorganisation im Geschäftsjahr vor allem interne Steuerprüfungen und einige Statusprüfungen vorgenommen. Die regelmäßigen Folgeprüfungen (insgesamt elf Prüfungen), die in einem angemessenen Zeitabstand die Umsetzung der vorhergehenden Feststellungen und Empfehlungen auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen, werden weiterhin als Schwerpunkt der Aktivitäten der Internen Revision gesehen. Die Prüfungen durch die Interne Revision beinhalten zugleich Beratungsaktivitäten in dem Sinne, dass „Best Practice“-Informationen weitergegeben sowie länderübergreifende Hilfestellungen organisiert werden; dies geschieht unter Berücksichtigung der jeweiligen aktuellen Standards der Gesellschaften in den Ländern. Zusätzlich findet ein regelmäßiger Informationsaustausch mit den Wirtschaftsprüfern statt, um das so vorhandene Wissen ergebnisorientiert bei den jeweiligen Prüfungen ein- und umzusetzen. Im Bedarfsfall werden auch andere zentrale Funktionen beratend hinzugenommen (unter anderem SHEQ, Corporate Logistics, Central Sales Functions). Es werden die Einhaltung der Corporate Guidelines geprüft und stichprobenartige Belegkontrollen innerhalb der verschiedenen Prozesse durchgeführt, um die Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Prozesse sowie die Richtigkeit und Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung zu überprüfen. Feststellungen konnten aufgeklärt und Verbesserungsvorschläge bezüglich der Transparenz der Geschäftsprozesse gemacht werden. Der Aufsichtsrat der Messer Gruppe überzeugt sich regelmäßig von der Qualität und angemessenen Intensität der Revisionen.

Der Bereich SHEQ wird sich auch in Zukunft mit hoher Aufmerksamkeit der Ausführung von Audits und Risikoanalysen widmen, um die Unfallquote weiter zu senken.

Im IT-Bereich werden modernste Technologien eingesetzt, um das Risiko im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung zu minimieren. Der unberechtigte Zugriff auf Daten und Systeme sowie ein wesentlicher Datenverlust sind soweit wie möglich ausgeschlossen. Effizienz, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Systeme werden ständig überwacht und verbessert. Das Sicherheitskonzept umfasst des Weiteren eine detaillierte Notfallplanung. Alle eingesetzten Technologien werden regelmäßig überprüft, ob sie eine sichere Abwicklung der IT-gestützten Geschäftsprozesse gewährleisten können, um jegliche Art von Risiken zu minimieren.

Steuerliche und wettbewerbsrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Die Gesellschaft lässt sich deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten.

Die Erträge und der betriebliche Cash Flow sind im Wesentlichen unabhängig von Änderungen der Marktzinsen, da der Konzern keine bedeutenden verzinslichen Vermögenswerte besitzt. Variabel verzinsliche Kredite werden teilweise mit Hilfe von Zinsswaps abgesichert („Cash Flow-Sicherungsgeschäfte für künftige Zinszahlungen“). Dadurch erfolgt wirtschaftlich eine Umwandlung von Krediten mit variablen Zinssätzen in solche mit festen Zinssätzen. Im Rahmen der Zinsswaps wird in bestimmten Abständen die Differenz zwischen festen Vertragszinssätzen und variablen Zinssätzen, die unter Bezugnahme auf einen vereinbarten Betrag ermittelt wird, ausgeglichen. Am Bilanzstichtag bestehen ausschließlich derivative Finanzinstrumente, die mit renommierten internationalen Finanzinstituten abgeschlossen wurden.

Die Corporate Governance der Messer Group enthält eine Vielzahl von Vorgaben und Maßnahmen, um präventiv den Eintritt von Risiken zu verhindern. Zum Risikomanagement der Messer Group gehört zuallererst ein Risiko-Assessment. Dieses wird durch die Zentralstellen für ihren jeweiligen Bereich und jedes konsolidierte Tochterunternehmen für ihre Gesellschaft vorgenommen und jährlich aktualisiert. Die Meldungen dazu laufen zentral beim Corporate Compliance Officer (CCO) zusammen. Basierend darauf werden Schulungen organisiert und durchgeführt, die solche festgestellten Risikobereiche behandeln und das richtige Verhalten aufzeigen, um einen Risikoeintritt möglichst zu verhindern. Die Messer Group hat für ihre Gesellschaften verbindliche Compliance-Richtlinien erlassen. Dazu zählen insbesondere der Code of Conduct und die Group Guidelines. Alle Manager der ersten und zweiten Führungsebene der Messer Group und ihrer konsolidierten Tochtergesellschaften haben den Erhalt, die inhaltliche Kenntnisnahme und die Einhaltung der darin enthaltenen Regelungen bestätigt. Ferner sind alle Mitarbeiter über die für sie relevanten Inhalte informiert worden und haben deren Einhaltung ebenfalls bestätigt. Management und Mitarbeiter werden über den Inhalt dieser Richtlinien, sonstiger Policies und Verhaltensregeln regelmäßig informiert und geschult.

Im Rahmen einer Matrix-Struktur arbeitet der Bereich Compliance unter anderem eng mit den Bereichen SHEQ, Medizin, IT, Revision, Recht und Versicherung zusammen. Über interne Revisionen wird die Umsetzung der Compliance-Richtlinien, insbesondere der Group Guidelines, überprüft, die vor allem über Verhaltens- und Berichtsvorgaben, Zustimmungsvorbehalte und ein Vier-Augen-Prinzip bei rechtsverbindlichen Erklärungen im Außenverhältnis im Wesentlichen dem Risikomanagement dienen. Compliance-Verstöße werden sowohl verfolgt und geahndet als auch als Reflexion genutzt, um präventive Maßnahmen zu erlassen, damit ein ähnlicher Verstoß mit dem damit einhergehenden Risiko zukünftig möglichst nicht mehr eintritt.

Bad Soden am Taunus, den 1. März 2018
Messer Group GmbH

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