Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die verschiedenen Produkte aus Industriegasen und damit verbundene Dienstleistungen sowie Technologien finden ihren Einsatz in nahezu allen Industriebereichen, aber auch in der Lebensmitteltechnik, Medizin, Forschung und Wissenschaft. Für die Geschäftsentwicklung der Messer Gruppe ist somit die branchenübergreifende und gesamtwirtschaftliche Kennziffer des Bruttoinlandsproduktes („BIP“) ein relevanter Indikator.

In 2017 sind die Erwartungen an eine weltweite Konjunkturbeschleunigung durchweg übertroffen worden. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds („IWF“)1 und der Weltbank2 hat das Wachstumstempo der globalen Konjunktur gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen. So wird das weltweite reale BIP 2017 nach Angaben der Weltbank voraussichtlich um 3,0 % gestiegen sein, wohingegen 2016 ein Anstieg um 2,4 % zu verzeichnen war. Die Wachstumsdynamik hat sich dabei fast weltumspannend synchron entwickelt, so hat das BIP-Wachstumstempo in den Schwellen- und Entwicklungsländern genauso angezogen wie in den entwickelten Industriestaaten. Es bleibt allerdings auch 2017 bei zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten im BIP-Wachstum, dies aber auf einem generell erhöhten Niveau von jetzt geschätzten 4,3 % (2016: 3,7 %) für die Schwellen- und Entwicklungsländer und 2,3 % (2016: 1,6 %) für die entwickelten Industriestaaten.1 

Die Wirtschaftsentwicklung in Europa hat sich im Gleichklang mit der weltweiten Konjunkturbeschleunigung 2017 spürbar verbessert. Nach Angaben der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (“OECD“)3 ist das BIP der Eurozone in 2017 voraussichtlich um 2,4 % gewachsen, womit sich die Wachstumsdynamik gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte erhöht hätte. In diesem Zusammenhang, ist mit Blick auf die größeren Wirtschaftsräume eine entsprechende Beschleunigung des BIP-Zuwachses in Deutschland, Frankreich und Italien zu nennen. Lediglich in Spanien zeigt sich eine leichte Abschwächung des BIP-Wachstums, das mit geschätzten 3,1 % aber weiterhin das stärkste BIP-Wachstum der größeren Wirtschaftsräume in Europa aufweist. In den europäischen Ländern außerhalb der Eurozone fällt das voraussichtliche BIP-Wachstum 2017 erneut noch stärker als in der Eurozone aus. Dies zeigt sich beispielsweise deutlich in Slowenien (4,9 %), Polen und Tschechien (jeweils 4,3 %) sowie Ungarn (3,9 %). 

In China hat sich die BIP-Wachstumsrate 2017 entgegen den Erwartungen nicht weiter abgeschwächt, sondern ist sogar nach Schätzungen der Weltbank von 6,7 % in 2016 auf 6,8 % gestiegen. Die von der chinesischen Regierung angestrebte Verringerung der Exportabhängigkeit durch Stärkung der Binnennachfrage, mit entsprechender Fokussierung auf Konsum und Dienstleistungen wird weiter vorangetrieben, ohne dass China dadurch bisher seine globale Spitzenstellung im BIP-Wachstum einbüßen würde.

1 World Economic Outlook, Update January 22, 2018
2 Global Economic Prospects, January 2018
3 OECD Economic Outlook – No.102, Update November 2017

Geschäftsentwicklung

Das Geschäftsjahr 2017 war im Vergleich zum Vorjahr von nahezu idealen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Insbesondere in China hat die Messer Gruppe unerwartet dynamische Wirtschaftsaktivitäten angetroffen, die sich vor allem in einer wieder deutlich zunehmenden Stahlproduktion und einer allgemein starken Nachfrage im Flüssigmarktbereich bemerkbar machten. Dazu kam eine wirtschaftliche Erholung in Europa, die sich in nahezu allen Ländern mit einer deutlich spürbaren Wirtschaftsbelebung ausdrückte. Diese vorteilhaften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verhalfen der Messer Gruppe in 2017 entgegen unserer Prognose zu einer deutlichen Umsatzsteigerung gegenüber dem Geschäftsjahr 2016. Am Ende konnte ein Umsatzzuwachs von 7,5 % erzielt werden. Analog zur Umsatzentwicklung fiel das EBITDA der Messer Gruppe deutlich besser aus als unsere Prognose für das Geschäftsjahr. Für 2017 prognostiziert war ein deutlich zurückgehendes EBITDA, das wir gegenüber dem Vorjahr tatsächlich jedoch um mehr als 16 % steigern konnten. Dies resultiert maßgeblich aus einem weit über den Erwartungen liegenden Geschäftsverlauf in China. 

Die Nettoverschuldung der Messer Gruppe konnte unter Berücksichtigung der Währungssicherung USPP in 2017 entgegen unserer Prognose mit 290.139 TEUR gegenüber dem Vorjahr mit 379.335 TEUR erneut deutlich reduziert werden. 

Lage des Konzerns

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2017 erzielte der Konzern weltweit einen Umsatz von 1.231.847 TEUR 
(Vorjahr: 1.145.790 TEUR), der sich wie folgt auf die einzelnen Regionen verteilt:

Das Geschäftsjahr 2017 weist gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzanstieg von 7,5 % aus. Die Entwicklung in den Regionen verlief im Einzelnen wie folgt:

China, Vietnam, ASEAN und Peru

Der Umsatz in China ist gegenüber dem Vorjahr in lokaler Währung um 22 % gestiegen. Hier machte sich das teilweise unerwartet starke Wirtschaftswachstum in China in unserem Industriezweig deutlich bemerkbar. Unsere Gesellschaften profitierten dabei vor allem von der wieder ansteigenden Stahlproduktion und insbesondere von der ausgesprochen hohen Nachfrage im Flüssigmarkt mit wieder ansteigenden Marktpreisen. 

Der Umsatz in Vietnam ist gegenüber dem Vorjahr um 15 % zurückgegangen. Ohne die einmaligen Umsatzerlöse aus der Bilanzierung von Anlagen nach IAS 17 i.V.m. IFRIC 4 im Vorjahr verbleibt ein Umsatzrückgang von 2 %. Dieser Umsatzrückgang entfällt jedoch ausschließlich auf eine Abwertung der vietnamesischen Währung im Vergleich zum Vorjahr. In unserem operativen Geschäft in lokaler Währung konnte im gesamten Jahr 2017 ein solides Wachstum von circa 3 % erzielt werden. Der gesteigerte Bedarf unseres On Site-Kunden Hoa Phat und die weitere Auslastung der Produktionskapazitäten für Flüssiggas im Norden haben hierzu beigetragen. 

Unsere Gesellschaften in der Region ASEAN haben in Höhe von 2,5 Mio. EUR zum Gesamtumsatz beigetragen.

Westeuropa

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz in der Region um 2 % zurückgegangen. Hier machten sich geringere Umsätze unserer zentralen Engineering Abteilung im Corporate Office und das generell schwächere wirtschaftliche Umfeld in der Schweiz überproportional bemerkbar. In allen anderen Ländern der Region ist jedoch ein Umsatzanstieg realisiert worden, der in Spanien und Benelux am deutlichsten ausfiel. 

Südosteuropa

Der Umsatz der Messer Gruppe in Südosteuropa konnte deutlich um 8 % und ohne Wechselkurseffekte um 7 % gesteigert werden. Mit Ausnahme unserer Geschäftsaktivitäten in Albanien und Rumänien verzeichneten alle Länder ein sehr gutes Umsatzwachstum. Die höchsten Steigerungsraten entfallen dabei auf Ungarn mit 13 %, gefolgt von Serbien und Kroatien, wo ein Wachstum von jeweils rund 8 % erzielt worden ist. Die starke Umsatzentwicklung in Ungarn wurde zusätzlich durch den zum 1. Juni 2016 erfolgten Erwerb der Industriegaseaktivitäten von Air Liquide in Ungarn unterstützt. 

Zentraleuropa

Verglichen mit den Umsatzdaten des Vorjahres konnte die Region Zentraleuropa einen Umsatzanstieg von knapp 5 % und ohne Wechselkurseffekte von 3 % verzeichnen. Insbesondere das weiterhin sehr gute Geschäftsklima in Polen, von dem auch die dortigen Messer-Aktivitäten profitierten, sowie eine positive Geschäftsentwicklung in der Slowakei haben diese Entwicklung maßgeblich herbeigeführt.

Im Geschäftsjahr 2017 erzielte der Konzern weltweit ein EBITDA von 289.827 TEUR 
(Vorjahr: 249.057 TEUR)

Das EBITDA der Messer Gruppe lag 2017 entgegen unserer Prognose um 16 % über dem EBITDA des Vorjahres.

Für die Messer Gruppe ergab sich im Geschäftsjahr 2017 insgesamt ein Konzern-Jahresüberschuss einschließlich der Anteile anderer Gesellschafter von 83.663 TEUR (Vorjahr: 67.238 TEUR). Bei einem Bruttoergebnis vom Umsatz von 557.510 TEUR (45,3 % der Umsatzerlöse) wurde ein Betriebsergebnis von 139.080 TEUR (11,3 % der Umsatzerlöse) erzielt. Dieses liegt um 32.054 TEUR über dem Vorjahresniveau. 

Das Betriebsergebnis beinhaltet ein positives Ergebnis aus der Aufwertung von Sachanlagen im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 5.113 TEUR sowie den negativen Effekt aus der Abwertung der Marke ASCO in Höhe von 2.745 TEUR. Außerdem wurde im Berichtsjahr eine Abwertung der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 15.339 TEUR vorgenommen.

Im Vorjahr wurde das Betriebsergebnis von zwei gegenläufigen Effekten beeinflusst. Es ergaben sich positive, einmalige Umsatzeffekte aus der IFRIC 4-Anwendung bei neu in Betrieb genommenen Anlagen in Höhe von 6 Mio. EUR. Dem wirkte ein negatives Ergebnis aus der Ab- und Aufwertung von Sachanlagen in Höhe von insgesamt 4.400 TEUR entgegen.

Der Gewinn vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter ist hauptsächlich durch ein negatives Zinsergebnis in Höhe von 18.647 TEUR belastet, das sich jedoch um 2.563 TEUR gegenüber dem Vorjahr durch den Rückgang der Finanzschulden verbessert hat. Das sonstige Finanzergebnis des Jahres 2017 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 6.258 TEUR verschlechtert. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die negative erfolgswirksame Marktwertänderung von Derivaten zurückzuführen.

Aus der beschriebenen Entwicklung resultierte ein auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallender Konzern-Jahresüberschuss von 59.864 TEUR, der um 8.186 TEUR über dem Vorjahreswert liegt.

Finanzlage

Wir verfügen über ein zentrales Finanzmanagement für die globale Liquiditätssteuerung sowie für das Zins- und Währungsmanagement. Wichtigstes Ziel des Finanzmanagements ist es, eine Konzernmindestliquidität sicherzustellen, um Zahlungsfähigkeit jederzeit zu gewährleisten. Mit einem hohen Bestand an liquiden Mitteln verbessern wir unsere Flexibilität, Sicherheit und Unabhängigkeit. Über weitere verschiedene nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 54,3 Mio. EUR können wir im Bedarfsfall zusätzliche Liquiditätspotenziale nutzen.

Finanzierung

Zum 31. Dezember 2017 beträgt die Nettoverschuldung 290.139 TEUR (Vorjahr: 379.335 TEUR) und errechnet sich wie folgt:

Die Nettoverschuldung der Messer Gruppe hat sich in 2017 um 89.196 TEUR gegenüber dem Vorjahr reduziert. Damit wurde mit den in 2017 bestehenden Finanzschulden von 481.463 TEUR ein Verhältnis von Finanzschulden zur Bilanzsumme von 21,8 % erreicht.

Kapitalflussrechnung

Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit lag bei 281.234 TEUR und damit 51.906 TEUR über dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist neben dem erhöhten Jahresüberschuss auch stark auf einen Rückgang der Forderungen im Rahmen des Finanzleasings zurückzuführen. Diese Forderungen fallen unter die Regelungen des IAS 17 i.V.m. IFRIC 4 und werden gemäß Zahlungen der Kunden abgebaut.

Die Entwicklung des Cash Flows aus Investitionstätigkeit war erneut geprägt von der anhaltenden Investitionstätigkeit der Messer Gruppe. Der größte Teil der Ausgaben betraf Investitionen in das Sachanlagevermögen. Außerdem führte vornehmlich der Erwerb der Anteile an der Universal Industrial Gas Sdn. Bhd, Malaysia, zu Auszahlungen im Bereich immaterieller Vermögenswerte.

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit zeigt mit 78.235 TEUR einen im Vergleich zum Vorjahr um 49.222 TEUR geringeren Zahlungsmittelabfluss. Nachdem im Vorjahr die Finanzschulden planmäßig zurückgeführt wurden, fällt die Rückzahlung in diesem Jahr etwas geringer aus. Im Gegenzug ist ein Anstieg des Bestands an liquiden Mitteln zu beobachten. 

Zum 31. Dezember 2017 betragen die liquiden Mittel der Messer Gruppe 176.014 TEUR gegenüber 113.984 TEUR im Vorjahr. 

Auch im Geschäftsjahr 2018 benötigen wir weiteres Kapital zur Finanzierung der stetig wachsenden operativen Geschäftstätigkeit, zur planmäßigen Durchführung von Investitionen sowie für die Rückzahlung fälliger Darlehen und Zinsen, auch wenn im Zentrum der Mittelfristplanung weiterhin die Nettoschuldenkonsolidierung unserer Geschäftsaktivitäten außerhalb von China steht. Diese Finanzmittel werden aus dem Mittelzufluss der betrieblichen Tätigkeit, verfügbaren Zahlungsmitteln und freien Kreditlinien generiert werden. Die gute Positionierung in den verschiedenen Märkten und der Ausbau von neuen Märkten werden es ermöglichen, unsere solide Finanzlage weiter beizubehalten.

Der Konzern hat sich verpflichtet, in die Anschaffung, Herstellung und Instandhaltung verschiedener Produktionsstätten zu investieren. Verpflichtungen dieser Art beziehen sich auf den zukünftigen Erwerb von Maschinen und Anlagen zu Marktpreisen. Ebenfalls existieren langfristige Verträge, aus denen Verpflichtungen resultieren. Am 31. Dezember 2017 betrug das Obligo aus Bestellungen und Investitionsvorhaben sowie langfristigen Verträgen 128.378 TEUR (Vorjahr: 73.655 TEUR).

Investitionen

Unsere Investitionen sind weiterhin auf die wirtschaftliche Absicherung des bestehenden Geschäftes und das Ausschöpfen rentabler Wachstumspotenziale ausgerichtet. Wirtschaftlichen Grundsätzen folgend, wird demnach vorrangig in Projekte investiert, die unsere Produktversorgung sichern und/oder Chancen auf profitables Wachstum bieten. Darüber hinaus wird regelmäßig in die Modernisierung der Produktionsanlagen sowie Vertriebsmittel investiert.

Die Messer Gruppe hat Investitionen im Bereich des Sach- und Finanzanlagevermögens in Höhe von 144 Mio. EUR getätigt. Die Investitionsquote gemessen am Konzernumsatz entspricht 11,7 %. Wesentliche Investitionen des Geschäftsjahres in das Sachanlagevermögen betrafen den Bau von Luftzerlegungsanlagen („LZA“) in Vietnam, Slowenien und Ungarn sowie von Produktionsanlagen in China. 

Insgesamt betrugen die Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte in diesem Geschäftsjahr 143 Mio. EUR gegenüber 119 Mio. EUR in 2016. Investitionen in das Finanzanlagevermögen betrafen die vollständige Kaufpreiszahlung für den 60 %igen Anteilserwerb an der Universal Industrial Gas Sdn. Bhd. in Malaysia (1.985 TEUR). Darüber hinaus wurden im Rahmen unseres geplanten ASEAN-Einstiegs die Gesellschaften Messer (Thailand) Co., Ltd, Thailand, und Pt. Chemindo Inti Usaha, Indonesien, gegründet. 

Die Investitionen verteilen sich auf die Regionen wie folgt:

In China stehen vor allem Investitionsprojekte im Vordergrund, die unsere Kundendiversifikation des bestehenden Geschäftsmodells vorantreiben. Dazu gehören unter anderem eine Gasversorgungsanlage hochreiner Industriegase für einen On Site-Kunden aus der Elektronikindustrie in der Provinz Sichuan, die Rohrleitungsanbindung von Kunden in einem Chemiepark in der Provinz Chongqing und ein teilautomatisiertes Flaschenabfüllwerk in der Provinz Hunan.

In Vietnam wurde mit den Bauarbeiten der vierten LZA für den On Site-Kunden Hoa Phat an seinem Produktionsstandort östlich von Hanoi sowie zwei weiterer LZA für dessen neues Stahlwerk in der Landesmitte in Dung Quat begonnen. 

In Europa stehen weiterhin Vertriebsmittelinvestitionen und selektive Wachstumsprojekte im Mittelpunkt unserer Investitionsaktivitäten. Zu den ausgewählten Wachstumsprojekten zählt der Abschluss des Ausbauprojekts der bestehenden Luftgase- und CO2-Produktionskapazitäten in Ungarn, der Bau der ersten LZA in Slowenien, die eine zukünftige Versorgungsunabhängigkeit unserer dortigen Industriegaseaktivitäten gewährleisten soll, der Bau einer ersten CO2-Produktionsanlage in Bulgarien sowie der Ausbau der CO2-Produktionskapazitäten in Bosnien. Hinzu kommen der selektive Ausbau bzw. die Modernisierung von Flaschenabfüllwerken in Deutschland, Polen und den Niederlanden sowie die Übernahme eines Industriegasehandelsgeschäftes in Warschau, Polen. 

Vermögenslage

Die Bilanzsumme beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 2.206.026 TEUR. Dabei macht das gesamte langfristige Vermögen mit 76,8 % den größten Anteil aus (Vorjahr: 79,2 %). Den größten Posten der Aktivseite bildet mit 67,3 % der Bilanzsumme das Anlagevermögen (Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte), das um 40.688 TEUR gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist. Auf langfristige Leasingforderungen entfallen 6,2 % der Bilanzsumme, 8,0 % auf Bankguthaben.

Währungseffekte (einschließlich Anteile anderer Gesellschafter), vornehmlich aus unseren chinesischen und serbischen Gesellschaften, haben im Geschäftsjahr zu einer Minderung der Bilanzsumme um 33.875 TEUR geführt.

Die Eigenkapitalquote (einschließlich Anteile anderer Gesellschafter) ist auf 61,0 % (Vorjahr: 59,3 %) gestiegen. Die Brutto-Finanzschulden belaufen sich auf 21,8 % der Bilanzsumme und sind im Vergleich zum Vorjahr um 45.198 TEUR zurückgegangen. Dabei haben die in 2015 abgeschlossene Refinanzierung sowie die Schuldentilgung im Berichtsjahr 2017 zu einer weiter verbesserten Finanzierungsstruktur im Hinblick auf die langfristig abgesicherte Vermögensfinanzierung geführt. 

Rendite auf das eingesetzte Kapital

Der ROCE beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr 10,71 % und errechnet sich wie folgt:

Betriebsvermögen

Das kurzfristige Betriebsvermögen beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 104.432 TEUR 
(Vorjahr: 99.997 TEUR) und setzt sich wie folgt zusammen:

Der Anstieg des Betriebsvermögens im Vergleich zum Vorjahr ist unter anderem auf einem Anstieg der Vorräte zurückzuführen. Zum Anstieg der Vorräte von 4.781 TEUR haben vor allem unfertige Erzeugnisse im Rahmen der Kundenprojekte bei unseren Gesellschaften in Deutschland geführt.

Das Verhältnis Vorräte (abzüglich erhaltener Anzahlungen) und Forderungen zu Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beträgt analog zum Vorjahr rund 2:1; das Verhältnis Betriebsvermögen zu Umsatz ist von 8,7 % im Vorjahr auf 8,4 % zurückgegangen.

Die DSO (Days Sales Outstanding) sind mit 56 Tagen um neun Tage gegenüber dem Vorjahresniveau von 65 Tagen gesunken. Der Rückgang der DSO ist insbesondere in China und der Schweiz zu beobachten und ist auf ein verbessertes Forderungsmanagement und Zahlungsverhalten unserer Kunden zurückzuführen.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

In einem nahezu idealen wirtschaftlichen Umfeld sind die Umsatzerlöse der Messer Gruppe um 7,5 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dazu haben in einem ausgeprägten Maß unsere Geschäftsaktivitäten in Asien – allen voran in China beigetragen. 

Die EBITDA-Marge konnte mit 23,5 % im Geschäftsjahr 2017 deutlich gesteigert werden, wobei sich das EBITDA für die Messer Gruppe mit rund 290 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert von rund 249 Mio. EUR stark erhöht hat. 

Bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) hat die Messer Gruppe einen stark verbesserten Wert von 10,71 % erzielt (Vorjahr: 7,23 %). Entgegen der für das abgelaufene Geschäftsjahr prognostizierten stark rückläufigen Entwicklung des ROCE konnte damit eine deutliche Steigerung des ROCE erzielt werden. Dies ist maßgeblich auf die unerwartet und außerordentlich gute Wirtschaftsentwicklung für unser Geschäft in China zurückzuführen. 

Die im Fokus unserer Mittelfristplanung stehende Nettoschuldenkonsolidierung der Geschäftsaktivitäten außerhalb von China entwickelte sich gleichermaßen positiv. So konnten in 2017 die für die Net Debt Covenants relevanten Nettoschulden außerhalb von China gegenüber dem Vorjahr um weitere 23,8 Mio. EUR auf 306,7 Mio. EUR reduziert werden. Dieser Trend drückt sich auch in der Gesamtnettoschuldenentwicklung der Messer Gruppe aus, die in 2017 mit rund 290 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr um weitere rund 89 Mio. EUR gesunken ist. 

Die insgesamt sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung ist eine Bestätigung für das auf Stabilität und Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftsmodell des Unternehmens. Die Messer Gruppe ist mit ihren beiden Hauptregionen Europa und China global präsent und innerhalb dieser beiden Kernregionen in einer Vielzahl von Ländern bzw. Provinzen regional gut diversifiziert, sodass Nachfragezurückhaltung in einzelnen Märkten oder spezifische Branchenschwächen oft kompensiert werden können.

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