Vorwort von Stefan Messer

Als Eigentümer und CEO des größten inhabergeführten Industriegasespezialisten ist Stefan Messer die treibende Kraft hinter den beschlossenen Zukunftsstrategien.

wir leben in einer unruhigen Zeit mit Umbrüchen und Veränderungen an allen Fronten, die unser Leben und unsere Arbeit stark beeinflussen.

Kriege, politische Auseinandersetzungen, die fortschreitende Globalisierung, Ressourcen- knappheit, Klimawandel, Demografie, zunehmende protektionistische Tendenzen und die digitale Revolution sind nur einige Beispiele für Situationen und Trends, denen wir uns täglich stellen müssen.

Unsere nachfolgenden Generationen wachsen auf in einer anderen Welt, als wir Älteren sie kennen. Aber auch sie werden sich den Herausforderungen ihrer Zeit widmen und ihr Leben an die veränderten Technologien und Verhältnisse anpassen. Es wird ja nicht alles schlechter – nur anders.

Technologische Fortschritte, wie die Digitalisierung, können und sollten wir nicht aufhalten. Sie wird alle Bereiche unseres Lebens erfassen und dabei vieles einfacher, sicherer und bequemer für uns machen. An viele verbesserte Prozesse unseres täglichen Lebens haben wir uns schon längst gewöhnt. So wurde mit Google unser altbewährtes Lexikon verbannt, mit Spotify brauchen wir keine CDs mehr, wenn wir Musik hören möchten, mit Uber können wir Taxis online bestellen und bezahlen, Google Maps und Navigationssysteme haben Landkarten ersetzt, Lebenspartner findet man heute über Internetportale wie Parship, und Reisen kann man selbst einfach und kostengünstig buchen. Die nächsten Schritte dieses revolutionären Prozesses stehen in den Startlöchern. Autonomes Fahren, 3D-Drucker oder selbst bestellende Kühlschränke werden bald alltägliche Realität werden. In der Industrie können durch die Vernetzung von Daten und Maschinen Prozesse effektiver gestaltet und Kunden gezielter angesprochen und betreut werden. Mit der Umsetzung von Industrie 4.0 wird vieles noch mehr automatisiert und damit effektiver.
Die Kehrmedaille dieser digitalen Entwicklung ist jedoch, dass wir alle durchsichtiger und unsere Daten auch von anderen unbemerkt gespeichert und genutzt werden. Die extrem wachsende Nutzung von sozialen Medien, wie Facebook, LinkedIn oder Instagram zeigt jedoch auch, dass die jüngeren Generationen mit dem Entzug von Privatsphäre weniger Probleme haben als ihre Eltern.

Trotz dieser umwälzenden Entwicklungen hat sich die Weltwirtschaft im abgelaufenen Jahr sehr positiv entwickelt. Die Verschiebung der Wirtschaftskraft nach Asien hat sich fortgesetzt, und so konnten die größten Wachstumsraten auch wieder in dieser aufstrebenden Region erzielt werden.

Aber auch in Nordamerika brummt derzeit die heimische Industrie, obwohl die Politik von Donald Trump die Rückkehr zum Nationalstaat in den Vordergrund rückt. Die verstärkte Wiedereinführung von Zöllen widerspricht dem freien Welthandel und kann durch nicht gemachte Modernisierungsinvestitionen im eigenen Land schnell zu Wettbewerbsnachteilen führen.   Europa zeigt Tendenzen einer Erholung mit moderaten Wachstumsraten, die zum Teil durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank zu stark stimuliert wird.

Die im weltweiten Industriegasemarkt fortschreitende Konzentration auf wenige große Anbieter hat mit der angestrebten Zusammenlegung von Linde und Praxair eine neue Dimension erreicht. Man wird sehen, wie die Kunden auf eine solche Größenoptimierung reagieren und ob durch die Realisierung von Synergien Kosten und Preise sinken werden. Für die kleineren Anbieter wie Messer bedeutet dies mehr und mehr, in Marktnischen und mit besserem Service zu operieren. 

In diesem recht unterschiedlichen Umfeld hat sich unsere Unternehmensgruppe im Bereich Industriegase hervorragend entwickelt. Unsere überdurchschnittliche Stärke in China machte sich in 2017 deutlich bemerkbar. Aber auch unser neuer aufgehender Stern Vietnam hat sich prächtig entwickelt. In Europa führt die Region Südosteuropa die Wachstumsskala an, gefolgt von eher moderaten Zuwächsen in West- und Zentraleuropa.

Nach Jahren moderater Zuwächse konnten wir in 2017 somit bei Umsatz und Ergebnis stark zulegen und insbesondere unsere Kapazitäten in China optimaler nutzen.

Asien bleibt nach wie vor unser Schwerpunkt für strategische Investitionen. So haben wir uns für neue Expansionsprojekte zum Bau von Luftzerlegungsanlagen in den Provinzen Chongqing, Guangdong, Hunan und Yunnan entschieden. Weitere Projekte sind in Vorbereitung. In Vietnam zeichneten wir in diesem Jahr Verträge mit unserem Hauptkunden Hoa Phat für die Errichtung von zwei Luftzerlegungsanlagen am neuen Stahlstandort im Zentrum des Landes und einer weiteren und damit vierten Anlage für den existierenden Standort im Norden. In Malaysia starteten wir unser Joint Venture UIG mit zwei Abfüllwerken für technische Gase. In Thailand gründeten wir ein neues Unternehmen, das Anfang 2018 seine Geschäftsaktivitäten aufgenommen hat.

In Polen übernahmen wir das lokale Gaseunternehmen TransMatGaz, in Ungarn nahmen wir die dritte Luftzerlegungsanlage erfolgreich in Betrieb, und in Frankreich zeichneten wir Verträge für die Errichtung von drei öffentlichen Flüssigstickstofftankstellen. Sie bilden die Basis für eine klimafreundliche Transportkühlung von Lebensmitteln in Lkw, deren Motoren zudem mit flüssigem Erdgas, also komplett dieselfrei, betrieben werden. 

Durch die geringeren Investitionsausgaben in 2017 sowie die höheren Ergebnisse konnten wir unsere Nettoverschuldung insgesamt stärker als geplant abbauen. Damit haben wir eine finanzielle Basis geschaffen, um unser Unternehmen mit weiteren Zukunftsinvestitionen langfristig zu sichern.

In den Bereichen Schweiß- und Schneidtechnik sowie Diagnostikgeräte der MEC-Gruppe konnten wir zwar auch geringfügig wachsen, aber insgesamt liegen wir unter unseren Erwartungen. Eine notwendige Restrukturierung der Castolin Eutectic-Gruppe wurde bereits angestoßen und soll in 2018 zu einer besseren Rentabilität führen. Dabei werden wir den Vertrieb und marktnahe Aktivitäten ausweiten und zentrale Funktionen reduzieren. 

Bei der Messer Cutting Systems wurde die Strategie mit der Verstärkung des Laserbereiches überarbeitet. Ein bedeutendes Investitionsprogramm, das unsere Produkte zukunftssicher macht und unsere technologische Kompetenz stärken wird, wurde beschlossen.

Die BIT Group konnte vor allem in den Bereichen Hämatologie und Molekulare Diagnostik ihr Geschäft erweitern.

Trotz sicherlich vieler neuer Herausforderungen im Jahr 2018 sind wir gut aufgestellt und werden unsere eingeschlagene Strategie geographisch und innovativ konsequent fortsetzen. Dazu gehört auch die Eröffnung des neuen Technischen Zentrums in Krefeld, Deutschland.

Das neue Jahr 2018 markiert aber auch einen weiteren Meilenstein für unser Familienunternehmen, denn wir sind in diesem Jahr 120 Jahre alt.  Auch für dieses recht erfolgreiche Jahr 2017 möchte ich Ihnen für Ihr kontinuierliches Vertrauen, Ihre Loyalität und Kooperation danken.

Herzliche Grüße,
Ihr Stefan Messer

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