Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die verschiedenen Produkte aus Industriegasen und damit verbundene Dienstleistungen sowie Technologien finden ihren Einsatz in nahezu allen Industriebereichen, aber auch in der Lebensmitteltechnik, Medizin, Forschung und Wissenschaft. Für die Geschäftsentwicklung der Messer Gruppe ist somit die branchenübergreifende und gesamtwirtschaftliche Kennziffer des Bruttoinlandsproduktes („BIP“) ein relevanter Indikator.

In 2018 haben sich die Erwartungen an die weltweite Konjunkturentwicklung weitgehend bestätigt. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds („IWF“)1 und der Weltbank2 ist die globale Konjunktur in etwa mit dem Wachstumstempo des Vorjahres voran geschritten. So wird nach Angaben der Weltbank das weltweite reale BIP 2018 voraussichtlich noch einmal um 3,0 % gestiegen sein, trotz einer partiellen Abschwächung der Wachstumsdynamik in der zweiten Jahreshälfte. Bei der Erfüllung der Prognosen zur Weltkonjunktur zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede in seiner geographischen Zusammensetzung. So ist das BIP-Wachstum 2018 in den USA noch einmal deutlich stärker ausgefallen als erwartet, wohingegen sich das BIP-Wachstum 2018 im Euroraum bereits etwas stärker abgeschwächt hat als prognostiziert. Die Wachstumsdynamik hat sich in den Schwellen- und Entwicklungsländern, wie auch in den entwickelten Industriestaaten mit dem Vorjahrestempo fortgesetzt. Dabei bleibt es weiterhin bei den zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten im BIP-Wachstum, das vom IWF mit 4,6 % (2017: 4,7 %) für die Schwellen- und Entwicklungsländer und mit 2,3 % (2017: 2,4 %) für die entwickelten Industriestaaten für 2018 geschätzt wird.1 

Die Wirtschaftsentwicklung 2018 in Europa konnte die Konjunkturbeschleunigung des Vorjahres nicht weiter fortsetzen. Nach Angaben der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (“OECD“)3 ist das BIP der Eurozone in 2018 voraussichtlich um 1,9 % gewachsen, womit sich die Wachstumsdynamik gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte verlangsamt hätte. In diesem Zusammenhang ist eine entsprechend deutliche Abschwächung des BIP-Zuwachses in allen größeren Wirtschaftsräumen, wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zu nennen. In den europäischen Ländern außerhalb der Eurozone fällt das voraussichtliche BIP-Wachstum 2018 stärker als in der Eurozone aus. Dies zeigt sich beispielsweise in Polen (+5,2 %) und der Slowakei (+4,1 %) oder auch in den südosteuropäischen Ländern wie Ungarn (+4,6 %) und Slowenien (+4,4 %). Darüber hinaus zeigt sich in einzelnen Ländern sogar noch eine Zunahme der Wirtschaftsdynamik, so zum Beispiel in Polen oder der Schweiz.

In China hat sich die BIP-Wachstumsrate 2018 gemäß den Erwartungen verlangsamt und wird nach Schätzung der Weltbank von unerwartet starken 6,9 % in 2017 auf 6,5 % zurückgehen. Die von der chinesischen Regierung angestrebte Verringerung der Exportabhängigkeit durch Stärkung der Binnennachfrage mit entsprechender Fokussierung auf Konsum und Dienstleistungen wird weiter vorangetrieben, ohne dass China dadurch seine globale Spitzenstellung im BIP-Wachstum einbüßen würde.

1World Economic Outlook, Update January 21, 2019
2Global Economic Prospects, January 2019
3 OECD Economic Outlook – Volume 2018 Issue 2

Geschäftsentwicklung

Das Geschäftsjahr 2018 war für die Messer Gruppe vor allem von einer unerwartet dynamischen Geschäftsentwicklung in China geprägt, die sich insbesondere im Flüssigmarktbereich mit einer sehr starken Nachfrage und außerordentlich hohen Marktpreisen sowie in einer weiter zunehmenden Stahlproduktion positiv bemerkbar machte. Dazu kam eine fortgesetzte wirtschaftliche Erholung in Europa, die sich in vielen Ländern in einer allgemeinen Zunahme der Wirtschaftsaktivitäten ausdrückte. Diese vorteilhaften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verhalfen der Messer Gruppe in 2018, entgegen unserer Prognose, zu einer deutlichen Umsatzsteigerung gegenüber dem Geschäftsjahr 2017. Am Ende konnte ein Umsatzzuwachs von 9,6 % (inklusive des Umsatzes des aufgegebenen Geschäftsbereichs) erzielt werden. Analog zur Umsatzentwicklung fiel das EBITDA der Messer Gruppe deutlich besser aus als unsere Erwartung an das Geschäftsjahr. Für 2018 war ein deutlich zurückgehendes EBITDA prognostiziert, dass wir gegenüber dem Vorjahr tatsächlich jedoch um mehr als 15,5 % (inklusive des EBITDA des aufgegebenen Geschäftsbereichs) steigern konnten. Dies resultiert maßgeblich aus einem weit über den Erwartungen liegenden dynamischen Geschäftsverlauf in China. 

Die Nettoverschuldung der Messer Gruppe konnte in 2018 unter Berücksichtigung der Währungssicherung USPP im Vorjahr und entgegen unserer Prognose mit 264.291 TEUR gegenüber dem Vorjahr mit 290.139 TEUR erneut reduziert werden. 

Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Konzern weltweit einen Umsatz, bereinigt um den Umsatz aus aufgegebenem Geschäftsbereich, in Höhe von 1.010.444 TEUR (Vorjahr: 902.189 TEUR), der sich wie folgt auf die einzelnen Regionen verteilt:

Umsatz

1.1. - 31.12.2018

1.1. - 31.12.2017

Veränderung 2018

China, Vietnam, ASEAN

Südosteuropa

Zentraleuropa

Westeuropa 

541.273

218.869

209.632

40.670

472.273

202.973

195.857

31.086

 

Fortgeführter Geschäftsbereich

1.010.444

902.189

12,0%

Aufgegebener Geschäftsbereich

339.147

329.658

 

 

1.349.591

1.231.847

9,6%

Das Geschäftsjahr 2018 weist gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzanstieg im fortgeführten Geschäftsbereich von 12,0 % aus. Die Entwicklung in den Regionen verlief im Einzelnen wie folgt:

China, Vietnam, ASEAN 
Der Umsatz in China ist gegenüber dem Vorjahr in lokaler Währung um 25,3 % gestiegen. Hier wirkte sich sehr deutlich eine unerwartet starke Nachfrage für alle Produkte unserer Industrie aus. Unsere Gesellschaften profitierten dabei vor allem von einer weiter ansteigenden Stahlproduktion und insbesondere von der ausgesprochen hohen Nachfrage im Flüssigmarkt begleitet von einem außerordentlich hohen Marktpreisniveau. 

Der Umsatz in Vietnam ist gegenüber dem Vorjahr in lokaler Währung um 15,3 % gestiegen. Der gesteigerte Bedarf unseres On Site-Kunden Hoa Phat und die weitere Auslastung der Produktionskapazitäten für Flüssiggas im Norden haben hierzu maßgebend beigetragen. 

Unsere Gesellschaften in der Region ASEAN (ohne Vietnam) haben in Höhe von 5,3 Mio. EUR (Vorjahr 2,4 Mio. EUR) zum Gesamtumsatz beigetragen.

In 2017 wurde in der Region auch unsere Gesellschaft Messer Gases del Perú S.A. mit Sitz in Lima, Peru, ausgewiesen, die in 2017 einen Umsatz von 15,9 Mio. EUR erzielt hatte. Mit Wirkung zum 1. Februar 2018 hat sich die Messer Gruppe von der Gesellschaft getrennt.

Südosteuropa
Der Umsatz der Messer Gruppe in Südosteuropa ist um 7,8 % gesteigert worden. Dabei verzeichnen nahezu alle Gesellschaften einen deutlichen Umsatzanstieg. In Slowenien wirkte sich insbesondere die Inbetriebnahme der ersten Luftzerlegungsanlage im April 2018 und in Rumänien die Übernahme der Buse Gaz S.R.L. positiv aus. Darüber hinaus verzeichneten vor allem die Geschäftsaktivitäten in Bosnien, Serbien und Ungarn deutliche Umsatzzuwächse von durchschnittlich 9 % in lokaler Währung.

Zentraleuropa
Verglichen mit den Umsatzdaten des Vorjahres konnte die Region Zentraleuropa einen Umsatzanstieg um 7,0 % realisieren. Alle Landesaktivitäten der Region, im Einzelnen Österreich, Polen, Slowakei und die Tschechische Republik, wiesen eine positive Geschäftsentwicklung mit einer Umsatzsteigerung von 5 % bis 10 % aus. 

Westeuropa
Die Kennzahlen für Westeuropa wurden um den aufgegebenen Geschäftsbereich bereinigt, sodass in dieser Region lediglich die Industriegaseaktivitäten der ASCO Kohlensäure AG und die Geschäftsaktivitäten der Servicegesellschaften Messer GasPack GmbH, Messer Information Services GmbH und der Messer Finance B.V. sowie der Messer Group GmbH enthalten sind. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz dieser Gesellschaften um 31 % gestiegen. Hier machten sich im Wesentlichen gestiegene Umsätze unserer zentralen Engineering Abteilung der Messer Group GmbH bemerkbar. 

Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Konzern weltweit ein EBITDA von 302.699 TEUR (Vorjahr: 225.320 TEUR)

EBITDA

1.1. – 31.12.2018

1.1. – 31.12.2017

fortgeführter Geschäftsbereich

aufgegebener 

Geschäftsbereich

fortgeführter Geschäftsbereich

aufgegebener Geschäftsbereich

EBIT

191.898

30.294

125.177

13.903

Abschreibungen auf immaterielle 

Vermögenswerte und Sachanlagen

110.801

32.112

100.143

50.561

Dividendenerträge1

51

43

EBITDA

302.699

62.457

225.320

64.507

: Umsatz

1.010.444

339.147

902.189

329.658

Marge:

30,0 %

18,4 %

25,0 %

19,6 %

1 Dividendenerträge aus nicht konsolidierten Gesellschaften

Die Entwicklung des Betriebsergebnisses des fortgeführten Geschäftsbereichs wurde vor allem durch eine deutliche Steigerung der Umsatzerlöse um 12 % bei nahezu gleichbleibenden Vertriebskosten beeinflusst. Außerdem wurde im Geschäftsjahr ein positiver Effekt aus der Endkonsolidierung unserer Tochtergesellschaft Messer Gases del Perú S.A, Peru, in Höhe von 8.477 TEUR verbucht. Als gegenläufigen Effekt beinhaltet das Betriebsergebnis ein negatives Ergebnis aus der Abwertung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 3.854 TEUR. Außerdem wurde in 2018 eine Abwertung der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 4.400 TEUR (Vorjahr: 4.725 TEUR) vorgenommen. In 2017 war ein positives Ergebnis aus der Aufwertung von Sachanlagen in Höhe von 5.113 TEUR sowie ein negativer Effekt aus der Abwertung der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 2.745 TEUR zu verzeichnen. 

Die positive Entwicklung des Betriebsergebnisses des aufgegebenen Geschäftsbereichs ist vor allem durch eine in 2017 vorgenommene Abwertung der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 10.614 TEUR geprägt. In 2018 wurden keine Abwertungen auf das Anlagevermögen vorgenommen. Außerdem wurden gemäß IFRS 5 ab 22. Oktober 2018 die einzelnen Vermögenswerte des Anlagevermögens in der Konzernbilanz nicht weiter planmäßig abgeschrieben und zum niedrigeren Wert von Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Das Aussetzen der planmäßigen Abschreibungen hat das Betriebsergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs um 7.274 TEUR erhöht.

Das Finanzergebnis ist hauptsächlich durch ein negatives Zinsergebnis in Höhe von 20.237 TEUR belastet, das sich um 2.968 TEUR gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hat. 

Aufgrund der Einbringung der operativen westeuropäischen Gesellschaften in die Messer Industries GmbH wurden die in USD zur Finanzierung der Messer Gruppe ausgegebenen US Private Placements (USPPs) vorzeitig gekündigt. Die daraus resultierende Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 5.580 TEUR wurde im Zinsergebnis ausgewiesen. 

Die Bruttofinanzschulden sind im Vergleich zum Vorjahr um 16 % im Wesentlichen aufgrund von in 2018 neuaufgenommenen Finanzschulden zur Finanzierung von langfristigen Investitionsvorhaben in Vietnam gestiegen. Aufgrund der vorteilhafteren Verzinsung neu aufgenommenen und planmäßiger Rückzahlung der am Anfang des Geschäftsjahres bestehenden Finanzschulden konnte der Zinsaufwand ohne oben geschriebene Effekte gesenkt werden.

Aufgrund der Kündigung der in USD ausgegebenen USPPs mussten die in USD abgeschlossenen Cross Currency Interest Rate Swaps ebenfalls aufgelöst werden, sodass zum 31. Dezember 2018 keine effektive Hedge-Beziehung für diese derivativen Finanzinstrumente besteht und die entsprechenden Wertänderungen im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmalig in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt wurden. Dieser Sachverhalt hat das sonstige Finanzergebnis mit 8.814 TEUR belastet. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Abschnitt „Finanzlage“. 

Das Beteiligungsergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1.783 TEUR verschlechtert. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Abwertung unserer nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in Estland und der Ukraine zurückzuführen.

Insgesamt wurde im Geschäftsjahr 2018 ein Konzernjahresüberschuss einschließlich der Anteile anderer Gesellschafter von 138.039 TEUR (Vorjahr: 83.663 TEUR) erzielt. Davon entfallen 101.460 EUR (Vorjahr: 59.864 TEUR) auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens. 

Wir verfügen über ein zentrales Finanzmanagement für die globale Liquiditätssteuerung sowie für das Zins- und Währungsmanagement. Wichtigstes Ziel des Finanzmanagements ist es, eine Konzernmindestliquidität sicherzustellen, um Zahlungsfähigkeit jederzeit zu gewährleisten. Mit einem hohen Bestand an liquiden Mitteln verbessern wir unsere Flexibilität, Sicherheit und Unabhängigkeit. Über weitere verschiedene nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 59,5 Mio. EUR können wir im Bedarfsfall zusätzliche Liquiditätspotenziale nutzen.

Finanzierung
Die Finanzierung der Messer Gruppe erfolgt über ein Term and Revolving Facilities Agreement von 160 Mio. EUR (RFA I), das von namenhaften Banken in Deutschland zur Verfügung gestellt wurde. Der jeweilige Zinssatz richtet sich nach dem IBOR (Inter Bank Offered Rate) in der Währung der Inanspruchnahme zuzüglich der Marge. Diese ist abhängig vom Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA. Weiterhin finanziert sich die Messer Gruppe über zwei US Private Placements (USPP II, USPP III). 

Als Sicherheit für die Finanzierung dienen Garantien durch einzelne Konzerngesellschaften.

Durch die Einbringung der operativen westeuropäischen Gesellschaften im Februar 2019 in die Messer Industries GmbH (wir verweisen auf die Ausführungen unter Punkt 1 „Überblick über die Messer Gruppe“) entstand für die Noteholder der USPP II und USPP III und für die Banken des RFA I ein vertraglich festgelegter Kündigungsgrund. Die Kündigung wurde für die in USD begebenen USPP III (100 Mio. USD) sowie USPP II (57 Mio. USD) ausgesprochen und eine Rückzahlung dieser USD-Notes im Falle der Einbringung verlangt. Alle in EUR begebenen USPPs bleiben jedoch erhalten.

Um weiter eine gesicherte Finanzierung nachweisen zu können, wurde mit den Banken des RFA I ein neues Term and Revolving Facilities Agreement (RFA II) vereinbart. Das RFA II besteht aus der Tranche A über 40 Mio. EUR (Term Loan), der Tranche B über 100 Mio. EUR (Revolving Credit), sowie einer USPP Backstopp Facility (BSF) über 380 Mio. EUR. Das RFA II hat eine Laufzeit bis zum 18. Dezember 2023. 

Die BSF diente dazu, die eventuelle Rückzahlung des den durch US Private Placements finanzierten Teiles der Finanzschulden abzusichern. Das RFA II ist nach Erfüllung von aufschiebenden Bedingungen verfügbar, diese wurden am 26. Februar 2019 erfüllt. Die BSF wurde nicht zur Ablösung der USPPs benötigt und steht somit nicht mehr zur Verfügung.

Im Vorgriff auf die notwendige Rückzahlung der USD Notes (insgesamt 157 Mio. USD) hat die Messer Group GmbH am 29. Januar 2019 mittels eines weiteren US Private Placement (USPP IV) über 87,8 Mio. EUR zu 1,49 %, die USD Notes der Metlife über 100 Mio. USD refinanziert. Funds unter Führung der Prudential Management Inc. haben das Geld zur Verfügung gestellt, Messer Group GmbH ist Schuldner unter dem USPP IV. Es hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist endfällig.

Die USD Notes der Voya (57 Mio. USD) wurden bei Einbringung der operativen westeuropäischen Gesellschaften in die Messer Industries GmbH zurückbezahlt, die Außenstände unter dem RFA I wurden in das RFA II hineingerollt.

Zum 31. Dezember 2018 beträgt die Nettoverschuldung 264.291 TEUR 

(Vorjahr: 290.139 TEUR) und errechnet sich wie folgt:

Nettoverschuldung

31.12.2018

31.12.2017

Veränderung 2018

Finanzschulden

Währungssicherung USPP

541.767

481.463

(15.310)

 

Bruttofinanzschulden

541.767

466.153

 

Zahlungsmittel und 

Zahlungsmitteläquivalente

(277.476)

(176.014)

 

 

264.291

290.139

-8,91%

Die Nettoverschuldung der Messer Gruppe hat sich in 2018 um 25.848 TEUR gegenüber dem Vorjahr reduziert. Das Verhältnis der bestehenden Finanzschulden (541.767 TEUR) zur Bilanzsumme (2.405.397 TEUR) beträgt in 2018 22,2 % (Vorjahr: 22,5 %).

Die Veränderung der Bruttofinanzschulden ohne die Währungssicherung USPP ist im Folgenden dargestellt:

Stand Bruttofinanzschulden zum 1.1.2018

481.463

Zahlungswirksame Veränderungen:

Neuaufnahmen

Tilgungen

 

77.420

(33.542)

Nicht zahlungswirksame Veränderungen:

 

Veränderungen aufgrund der Währungsumrechnung

Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen

9.786

6.640

Stand Bruttofinanzschulden zum 31.12.2018

541.767

Aufgrund der vertraglichen Regelungen zur Einbringung der westeuropäischen Gesellschaften werden die Finanzverbindlichkeiten dieser Gesellschaften in Höhe von 60.676 TEUR im fortgeführten Bereich ausgewiesen. 

Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung für den fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereich stellt sich wie folgt dar:

Kurzfassung in TEUR 

1.1. – 31.12.2018 

1.1. – 31.12.2017 

Ergebnis vor Steuern 

187.582 

113.145 

Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit 

322.298 

281.234 

Cash Flow aus Investitionstätigkeit 

(215.376) 

(137.460) 

Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 

8.925 

(78.235) 

Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 

115.847 

65.539 

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 

176.014 

113.984 

Währungsumrechnungsergebnis der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 

(590) 

(2.465) 

Zahlungsmittel, Änderung des Konsolidierungskreises betreffend 

– 

– 

Zahlungsmittel, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 

(13.795) 

(1.044) 

am Ende der Periode 

277.476 

176.014 

Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit lag bei 322.298 TEUR und damit 41.064 TEUR über dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist vor allem auf den erhöhten Jahresüberschuss zurückzuführen. 

Die Entwicklung des Cash Flows aus Investitionstätigkeit war erneut geprägt von der anhaltenden Investitionstätigkeit der Messer Gruppe. Der größte Teil der Ausgaben betraf Investitionen in das Sachanlagevermögen. Der Verkauf unserer Gesellschaft in Peru führte zu Einnahmen, die durch Ausgaben für den Erwerb der Buse Gaz S.R.L., Rumänien, flankiert werden. 

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit zeigt mit 8.925 TEUR einen im Vergleich zum Vorjahr um 87.160 TEUR höheren Zahlungsmittelzufluss. Nachdem im Vorjahr die Finanzschulden planmäßig zurückgeführt wurden, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Schulden wieder aufgebaut. 

Zum 31. Dezember 2018 betragen die liquiden Mittel der Messer Gruppe 277.476 TEUR. 

Auch im Geschäftsjahr 2019 benötigen wir weiteres Kapital zur Finanzierung der stetig wachsenden operativen Geschäftstätigkeit, zur planmäßigen Durchführung von Investitionen sowie für die Rückzahlung fälliger Darlehen und Zinsen, auch wenn im Zentrum der Mittelfristplanung weiterhin die Nettoschuldenkonsolidierung unserer Geschäftsaktivitäten außerhalb von China steht. Diese Finanzmittel werden aus dem Mittelzufluss der betrieblichen Tätigkeit, verfügbaren Zahlungsmitteln und freien Kreditlinien generiert werden. Die gute Positionierung in den verschiedenen Märkten und der Ausbau von neuen Märkten werden es ermöglichen, unsere solide Finanzlage weiter beizubehalten.

Der Konzern hat sich verpflichtet, in die Anschaffung, Herstellung und Instandhaltung verschiedener Produktionsstätten zu investieren. Verpflichtungen dieser Art beziehen sich auf den zukünftigen Erwerb von Maschinen und Anlagen zu Marktpreisen. Ebenfalls existieren langfristige Verträge, aus denen Verpflichtungen resultieren. Am 31. Dezember 2018 betrug das Obligo aus Bestellungen und Investitionsvorhaben sowie langfristigen Verträgen in fortzuführendem Geschäftsbereich 82.528 TEUR (Vorjahr: 91.282 TEUR).

Investitionen
Unsere Investitionen sind weiterhin auf die wirtschaftliche Absicherung des bestehenden Geschäftes und das Ausschöpfen rentabler Wachstumspotenziale ausgerichtet. Wirtschaftlichen Grundsätzen folgend, wird demnach vorrangig in Projekte investiert, die unsere Produktversorgung sichern und/oder Chancen auf profitables Wachstum bieten. Darüber hinaus wird regelmäßig in die Modernisierung der Produktionsanlagen sowie Vertriebsmittel investiert.

Im Folgenden sind Investitionen der gesamten Messer Gruppe erläutert, die den fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereich betreffen. 

Die Messer Gruppe hat Investitionen im Bereich des Sach- und Finanzanlagevermögens in Höhe von rund 240 Mio. EUR getätigt. Die Investitionsquote gemessen am Gesamtumsatz entspricht 17,8 % (Vorjahr: 11,7 %). 

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 232 Mio. EUR betrafen im Wesentlichen den Bau von Luftzerlegungsanlagen („LZA“) in Vietnam sowie von Produktionsanlagen in Ungarn und China. Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 7,6 Mio. EUR betreffen im Wesentlichen den Erwerb von Buse Gaz S.R.L., Rumänien. Wir verweisen auf unsere Ausführungen unter Punkt 1 „Änderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2018“.

Die Investitionen verteilen sich auf die Regionen wie folgt:

Investitionen in TEUR 

1.1. - 31.12.2018 

1.1. - 31.12.2017 

China, Vietnam, ASEAN 

125.287 

47.017 

Südosteuropa 

49.888 

38.459 

Westeuropa 

18.668 

18.422 

Zentraleuropa 

18.131 

18.291 

Fortgeführter Geschäftsbereich 

211.974 

122.189 

Aufgegebener Geschäftsbereich 

27.608 

22.043 

 

239.582 

144.232 

In China stehen vor allem Investitionsprojekte im Vordergrund, die unsere Position im Flüssigmarkt noch weiter stärken und dadurch eine ausgewogene Kundendiversifikation des bestehenden Geschäftsmodells fördern. Zu der konsequent fortgeführten Kundendiversifikation gehören zudem Investitionen in eine Gasversorgungsanlage hochreiner Industriegase für einen On Site-Kunden aus der Elektronikindustrie in der Provinz Sichuan, der generelle Ausbau der CO2-Kapazitäten und der Baubeginn eines Elektronikspezialgasewerkes in der Provinz Anhui. 

In Vietnam sind in 2018 die Bauarbeiten der vierten LZA für den On Site-Kunden Hoa Phat an seinem Produktionsstandort östlich von Hanoi sowie zwei weiterer LZA für dessen neues Stahlwerk in der Landesmitte in Dung Quat soweit durchgeführt worden, dass die Inbetriebnahmen bis Mitte 2019 erfolgen können. 

In Europa stehen weiterhin Vertriebsmittelinvestitionen und selektive Wachstumsprojekte im Mittelpunkt unserer Investitionsaktivitäten. Zu den ausgewählten Wachstumsprojekten zählt unter anderem der Abschluss des umfassenden Ausbaus der bestehenden CO2-Produktionskapazitäten in Ungarn und der Bau der ersten LZA in Slowenien, die die zukünftige Versorgungsunabhängigkeit unserer dortigen Industriegaseaktivitäten gewährleistet. Hinzu kommt der Erwerb der Buse Gaz S.R.L. in Rumänien. In Deutschland, Teil des aufgegebenen Geschäftsbereichs, ist mit dem Bau der dritten LZA (Speyer) und der ersten Wasserstoffanlage begonnen worden. 

Die Bilanzsumme hat sich im Berichtsjahr um 199.371 TEUR erhöht und beträgt zum 31. Dezember 2018 2.405.397 TEUR. Dazu hat im Wesentlichen die Erhöhung des Bestands der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 101.462 TEUR beigetragen. 

Das langfristige Vermögen macht mit 59,1 % (Vorjahr: 76,8 %) den größten Anteil der Bilanzsumme aus. Zum 31. Dezember 2018 wurden die Vermögenswerte des aufgegebenen Geschäftsbereichs als „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ klassifiziert. Unter Berücksichtigung dieser Vermögenswerte beträgt das gesamte langfristige Vermögen zum 31. Dezember 2018 73,73 % der Bilanzsumme. 

Den größten Posten der Aktivseite bildet nach wie vor mit 51,2 % der Bilanzsumme das Anlagevermögen (Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte), das um 252.970 TEUR gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist. Die Umklassifizierung der Vermögenswerte des aufgegebenen Geschäftsbereichs hat zur Minderung des Anlagevermögens um 341.091 TEUR geführt. Als gegenläufiger Effekt wirken sich die Investitionen des Geschäftsjahres aus. 

Währungseffekte (einschließlich Anteile anderer Gesellschafter) haben im Geschäftsjahr 2018 zu einer Minderung der Bilanzsumme um 7.827 TEUR geführt und resultieren vornehmlich aus unseren chinesischen und ungarischen Gesellschaften. Die Eigenkapitalquote (einschließlich Anteile anderer Gesellschafter) ist auf 61,2 % (Vorjahr: 61,0 %) gestiegen. 

Die Bruttofinanzschulden sind im Geschäftsjahr um 60.304 TEUR gestiegen und machen 22,5 % der Bilanzsumme aus. Aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung der in USD begebenen USPPs, wurden diese in die kurzfristigen Finanzschulden mit 160.593 TEUR umgegliedert. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzschulden um 152.259 TEUR ist im Wesentlichen hierauf zurückzuführen. Gegenläufig sind die langfristigen Finanzschulden um 91.955 TEUR zurückgegangen. Hier wirkte der genannten Umgliederung die Neuaufnahme von Finanzschulden in Höhe von 70.909 TEUR als gegenläufiger Effekt entgegen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Abschnitt „Finanzlage“.

Rendite auf das eingesetzte Kapital
Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr für den fortgeführten Geschäftsbereich 16,63 % und errechnet sich wie folgt:

ROCE 

1.1. – 31.12.2018 

1.1. – 31.12.2017 

fortgeführter Geschäftsbereich 

aufgegebener Geschäftsbereich 

fortgeführter Geschäftsbereich 

aufgegebener Geschäftsbereich 

EBIT 

191.898 

30.294 

125.177 

13.903 

+ Abschreibungen auf den Geschäfts-oder Firmenwert 

4.634 

– 

4.725 

10.614 

EBIT bereinigt 

196.532 

30.294 

129.902 

24.517 

: Capital employed 

1.182.120 

353.678 

1.146.080 

295.220 

ROCE in % 

16,63 % 

8,57 % 

11,33 % 

8,30 % 

Ableitung des Capital Employed aus der Bilanz: 

    

Sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 

961.625 

319.544 

920.320 

265.101 

Forderungen aus Finanzierungsleasing 

136.994 

277 

151.096 

351 

Kurzfristiges Betriebsvermögen 

83.501 

33.857 

74.664 

29.768 

Capital Employed 

1.182.120 

353.678 

1.146.080 

295.220 

In 2018 wurde das Vermögen des aufgegebenen Geschäftsbereichs als „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ klassifiziert. Für die Analyse der Entwicklung der Kennzahl „Capital Employed“ wurden neben den Posten der fortgeführten Bereiche auch die umklassifizierten Posten des aufgegebenen Geschäftsbereichs dargestellt. 

Betriebsvermögen
In 2018 wurde das Vermögen des aufgegebenen Geschäftsbereichs als „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ klassifiziert. Für die Analyse der Entwicklung des Betriebsvermögens wurden neben den Posten der fortgeführten Bereiche auch die umklassifizierten Posten des aufgegebenen Geschäftsbereichs dargestellt.

Das kurzfristige Betriebsvermögen setzt sich wie folgt zusammen:

Betriebsvermögen 

1.1. – 31.12.2018 

1.1. – 31.12.2017 

fortgeführter Geschäftsbereich 

aufgegebener Geschäftsbereich 

fortgeführter Geschäftsbereich 

aufgegebener Geschäftsbereich 

Vorräte 

43.687 

11.713 

47.596 

11.343 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 

137.982 

68.170 

126.000 

65.809 

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 

(90.445) 

(45.416) 

(82.866) 

(47.299) 

Erhaltene Anzahlungen 

(7.723) 

(610) 

(16.066) 

(85) 

 

83.501 

33.857 

74.664 

29.768

Die Steigerung des Betriebsvermögens des fortgeführten Geschäftsbereichs von 11,8 % ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (11.982 TEUR) vor allem bei unseren Gesellschaften in China und Deutschland zurückzuführen. 

Das Verhältnis Vorräte (abzüglich erhaltener Anzahlungen) und Forderungen zu Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beträgt analog zum Vorjahr rund 2:1. Das Verhältnis des Betriebsvermögens zu Umsatz für den fortgeführten Geschäftsbereich beträgt unverändert 8,3 %. 

Die DSO (Days Sales Outstanding) der fortgeführten Geschäftsbereiche sind mit 49 Tagen um einen Tag gegenüber dem Vorjahresniveau von 50 Tagen gesunken. Der Rückgang der DSO ist insbesondere in China zu beobachten und ist auf ein verbessertes Forderungsmanagement und Zahlungsverhalten unserer Kunden zurückzuführen. 

Unter Berücksichtigung des aufgegebenen Geschäftsbereichs würde das Verhältnis des Betriebsvermögens zu Umsatz 8,7 % (Vorjahr: 8,5 %) betragen. Die DSO für den gesamten Konzern würden sich auf 55 Tage (Vorjahr: 56 Tage) reduzieren.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

In einem nahezu idealen wirtschaftlichen Umfeld sind die Umsatzerlöse der Messer Gruppe in fortgeführten Bereichen um 12,0 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dazu haben in einem ausgeprägten Maß unsere Geschäftsaktivitäten in Asien – allen voran in China – beigetragen. 

Die EBITDA-Marge konnte im fortgeführten Geschäftsbereich mit 30 % im Geschäftsjahr 2018 (Vorjahr: 25,0 %) deutlich gesteigert werden, wobei sich das EBITDA für die Messer Gruppe mit rund 303 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert von rund 225 Mio. EUR stark erhöht hat. 

Bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, “ROCE“) im fortgeführten und im aufgegebenen Geschäftsbereich hat die Messer Gruppe einen stark verbesserten Wert von 14,77 % (Vorjahr: 10,71 %) erzielt. Entgegen der für das abgelaufene Geschäftsjahr prognostizierten stark rückläufigen Entwicklung des ROCE konnte damit eine deutliche Steigerung des ROCE erzielt werden. Dies ist maßgeblich auf die außerordentlich gute Geschäftsentwicklung unserer Gesellschaften in China zurückzuführen. 

Die Nettoschuldenkonsolidierung entwickelte sich im Geschäftsjahr gleichermaßen positiv. So konnte in 2018 die Nettoverschuldung gegenüber dem Vorjahr um weitere 26 Mio. EUR auf 264 Mio. EUR reduziert werden. Trotz der Kündigung der in USD begebenen USPP II und USPP III ist die Finanzierung unserer Geschäftsaktivitäten durch die neuen Finanzierungsvereinbarungen weiterhin gesichert. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Abschnitt „Finanzierung“.

Die insgesamt sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung ist eine Bestätigung für das auf Stabilität und Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftsmodell des Unternehmens. Die Messer Gruppe ist mit ihren beiden Hauptregionen Europa und China global präsent und innerhalb dieser beiden Kernregionen in einer Vielzahl von Ländern bzw. Provinzen regional gut diversifiziert, sodass Nachfragezurückhaltung in einzelnen Märkten oder spezifische Branchenschwächen oft kompensiert werden können.