Gesellschaftliches Engagement

Gesellschaftliches Engagement

Unter dem Motto „Fit mit 120“ feierte unsere Unternehmensgruppe – Messer und die Messer Eutectic Castolin Gruppe – mit 8.624 Mitarbeitern in 2018 das 120-jährige Firmenjubiläum. Gegründet wurde Messer 1898 von Adolf Messer, der in seiner Werkstatt für die Herstellung von Acetylenentwicklern in Frankfurt-Höchst seinerzeit vier Arbeiter und einen Angestellten beschäftigte. Mit 52 chronologischen und bebilderten Posts in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter erzählten wir der Öffentlichkeit über das Jahr 2018 jede Woche einen Teil der #MesserStory – von 1898 bis heute. Vor allem aber sollten im Jubiläumsjahr die Mitarbeiter der „Messer Welt“ sowie unsere Kunden und Partner und die Einwohner der Stadt Bad Soden, wo Messer Group den Hauptsitz hat, profitieren:

Kostenfreies Popkonzert für die Bürger
Am 9. Juni 2018 veranstalteten wir für die Bürger der Stadt Bad Soden sowie für Kunden und Partner und alle Mitarbeitenden unserer deutschen Standorte mit ihren Familien ein kostenloses Open-Air-Konzert mit dem belgischen Sänger und Songwriter Milow. Öffentlich angekündigt wurde die Veranstaltung mit dem international erfolgreichen Musikstar über Messer-Plakate in der Innenstadt, über lokale Zeitungen, Abo-Zeitschriften, Newsletter und verschiedene Online-Medien. In den zwei Wochen vor dem Konzert erhielten interessierte Bürger die Möglichkeit, Eintrittskarten und Einlassbändchen an einem Messer-Stand im Historischen Bahnhof in Bad Soden abzuholen. Am Tag des Konzerts waren rund 5.000 Gäste in den Neuen Kurpark von Bad Soden zu Milow gekommen, um den Künstler unter anderem mit seinen englischsprachigen Titeln wie „Ayo Technology“ oder „Against the tide“ zu hören. Zur Verpflegung der Konzertbesucher platzierten wir Food-Trucks neben der Veranstaltungswiese. Für Kunden und Partner veranstalteten wir im Anschluss an das Konzert eine „After-Show-Party“ im eigenen Event-Center, dem Adolf-Messer-Forum. Der Einladung folgten 350 Gäste. 

Im Rahmen der Veranstaltungsorganisation arbeiteten wir eng mit der Stadt Bad Soden und der Freiwilligen Feuerwehr sowie anderen lokalen Institutionen zusammen. Für die Konzeption, Organisation und Durchführung des Konzerts hatten wir eine erfahrene Eventagentur in unser Projekt mit eingebunden. Sämtliche Kosten des Konzerts, wie etwa Agenturleistungen, Werbeplakate, Einlassbändchen, Gagen für Künstler und Band, Technik, Bühne, Sanitätsdienst, GEMA-Gebühren, Versicherungen, Sicherheits-Absperrungen, Sicherheits-Crews, Toiletten, Auf- und Abbau, Müllentsorgung etc., wurden von Messer getragen. 

Gesellschaftliche Verantwortung in Bad Soden
Als Familienunternehmen ist es für Messer seit jeher gelebte Tradition, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Unser nachhaltiges Handeln gründet auf unserer gemeinsamen Verantwortung für Mensch, Umwelt und Fortschritt. Aus diesem Bewusstsein und auch aus lokaler Verbundenheit heraus engagieren wir uns als Familienunternehmen mit den unterschiedlichsten Aktivitäten an allen Messer-Standorten weltweit. 

Warum Konzerte? Bereits 2012 veranstalteten wir im Bad Sodener Kurpark ein kostenloses öffentliches Open-Air-Konzert mit der deutschen Popsängerin Cassandra Steen, dass mit einer Besucherzahl von 5.000 sehr gut angenommen wurde. In der Regel sind die Ticketpreise für beliebte Konzertveranstaltungen sehr hoch. Seitdem Konzerte für Popmusiker zur Haupteinnahmequelle geworden sind, steigen die Preise. Für viele Familien und deren Kinder ist daher ein (gemeinsamer) Konzertbesuch oder auch die Teilnahme an anderen Kulturveranstaltungen oftmals finanziell unerschwinglich. Letztendlich fühlen sich solche Familien kulturell von unserer Gesellschaft ausgegrenzt. Zudem kann man ein echtes Live-Konzert nicht im eigenen Wohnzimmer erleben. 

Jubiläumsaktivitäten für Mitarbeiter und Ehemalige 
Unter dem Motto „Fit mit 120. Jeder Schritt zählt!“ veranstalteten wir in der Zeit vom 1. April bis 30. Mai 2018 einen weltweiten Schrittzähler-Wettbewerb. Alle Mitarbeiter, die daran teilnehmen wollten, erhielten jeweils einen Schrittzähler und bildeten pro Standort oder Land eins oder mehrere Teams und ernannten einen Teamleiter. Dieser trug wöchentlich den errechneten Schritte-Durchschnitt seines Teams in eine Online-Datenbank ein. Die drei Teams mit der höchsten durchschnittlichen Schrittzahl gewannen am Ende des Wettbewerbs eine Tischtennisplatte oder alternativ einen Tischkicker je Standort. 

Der Wettbewerb bewirkte, dass sich viele Kollegen nach Feierabend oder an den Wochenenden zum Laufen verabredeten, um nicht nur beim Wettbewerb zu punkten, sondern auch sportlich fitter zu werden – was letztendlich auch die Verbundenheit zum Unternehmen förderte. 

Darüber hinaus boten wir für alle Mitarbeiter ein Intranet-Spiel an, an dem sie ihr Wissen über Messer und das Allgemeinwissen unter Beweis stellen konnten. Unter allen Mitspielern, die alle Fragen richtig beantworteten, winkten als Gewinn Sportarmbänder zur Herzfrequenz und Fitnessaufzeichnung. 

Im September feierte Messer eine gemeinsame Mitarbeiter-Party an allen Firmenstandorten weltweit. Gefeiert wurde im Rahmen einer Motto-Party eines der 12 Jahrzehnte, in denen wir erfolgreich waren. Um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, wurde ein elektronisches Kommunikationssystem installiert, das den weltweiten Live-Austausch von Videos und Fotos möglich machte. 

Auch waren im September 2018 rund 300 ehemalige Mitarbeiter aus Deutschland zu Gast bei Messer in Bad Soden. Im Adolf-Messer-Forum hat Stefan Messer den Pensionären die aktuellen Unternehmensentwicklungen präsentiert. Danach blieb noch genügend Zeit für den gemeinsamen Austausch und für Gespräche. 

Viele Gesellschaften von Messer engagieren sich in sozialen Projekten. Dabei orientieren sie sich an den Bedürfnissen ihres Landes und ihrer direkten Umgebung. Im Jahr 2018 standen die Themen Ausbildung und Wissenschaft sowie Kinder und Gesundheit im Vordergrund des Engagements. Wir veröffentlichen im vorliegenden Nachhaltigkeitsbericht lediglich eine kleine Auswahl der sozialen Projekte, um ein Spektrum zu vermitteln. 

Engagement für Ausbildung und Wissenschaft

Polen: Messer unterstützt Grundschule
In Polen gilt Messer traditionell als verlässlicher Investor und glaubwürdiger Arbeitgeber, der karitative Projekte für lokale Gemeinschaften unterstützt. Aktuell steht vor allem die Förderung der Bildungschancen von Schülern aus kleinen Städten im Fokus. So erhielt die Grundschule Johannes Paul II in Kaczki Średnie, nahe Turek, ein modernes Laptop, einen Overhead-Projektor sowie eine Leinwand. Die neue Multimedia-Ausstattung kommt vor allem im Fremdsprachenunterricht zum Einsatz.

Bosnien-Herzegovina: Messer fördert duale Ausbildung
Im Rahmen eines Pilotprojekts zur Förderung der dualen Ausbildung in Bosnien-Herzegowina unterstützt Messer Tehnoplin einen Schüler der Fachschule für Maschinenbau: Mirza Halilović erhält bei uns die Möglichkeit, Berufserfahrungen in der Praxis zu sammeln. Mit Abschluss der dritten Jahrgangsstufe im Juni 2018 hat er seine duale Ausbildung beendet. Das Pilotprojekt geht auf die Initiative der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zurück.

Ungarn: Messer fördert technische Ausbildung
Bereits zum elften Mal zeigte die „Pneumobil“ in Ungarn spektakuläre Rennen und Entwicklungen, organisiert von AVENTICS zur Unterstützung der technischen Universitätsausbildung. Die zum Betreiben der Eigenkonstruktionen benötigte Druckluft wird von Messer zur Verfügung gestellt, zudem unterstützten wir das Team „Műszakik” mit Argon zum Schweißen des Stabwerks sowie mit Stickstoff zum Testen der pneumatischen Antriebe.

Engagement für Gesundheit und Kinder

Deutschland: Plastikdeckel gegen Polio

Messer Industriegase unterstützt das Projekt „Deckel gegen Polio“ des Vereins „Deckel drauf e.V.“ aus Nürnberg. Anstatt Kunststoff-Flaschendeckel mit der Flasche abzugeben oder wegzuwerfen, werden diese gesammelt und recycelt. Bereits der Erlös aus 500 Deckeln reicht für eine Schluckimpfung aus, die ein Kind vor der meist tödlichen Kinderlähmung schützt. Bisher konnten schon über 300.000 Schluckimpfungen durch „Deckel gegen Polio“ finanziert werden. 

Deutschland: Bescherung nach Weihnachten
Messer spendete im Februar 2018 über 3.300 Euro an den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V.“. Der Erlös stammt vom Weihnachtsmarkt auf dem Messer-Platz in Bad Soden, den wir im November 2017 zum dritten Mal organisierten. Für den guten Zweck verkaufte dort ein Kollegen-Team Grillwürstchen, Kuchen und Getränke im Historischen Bahnhof. Unsere Stände bestückten ansässige Einzelhändler, die Stadt Bad Soden und der Slowenische Kulturverein.

Ungarn: Miteinander feiern, voneinander lernen
Messer Hungarogáz engagiert sich – neben naturwissenschaftlichen und ökologischen Projekten – auch für soziale Aspekte: Im Rahmen unseres Employer Branding-Programms fördern wir bereits seit zwei Jahren die soziale Sensibilität unserer Mitarbeiter. Passend dazu durften wir im September 2018 Menschen mit geistiger Behinderung auf unserem Familientag begrüßen. Es handelte sich um Mitarbeiter aus der Werkstatt der ungarischen Lámpás '92-Stiftung. Sie zeigten auf beeindruckende Weise, wie Seile nach alter Tradition hergestellt werden, oder wie man klassische Flugdrachen aus Seidenpapier bastelt.

Deutschland: Messer lud 60 Kinder ein, die Welt der Gase zu entdecken
Im Juli 2018 bot Messer in Bad Soden im Rahmen der Ferienspiele 60 Kindern im Alter von zehn bis 13 Jahren die Möglichkeit, Gase und deren positive Eigenschaften zu entdecken.

In kleinen geführten Gruppen erforschten die Kinder die firmeneigene Permanentausstellung. Die Ausstellung bietet viel Platz für eigene Entdeckungen und erlebbare Faszination. Kernstück ist eine 60 Jahre alte restaurierte Luftzerlegungsanlage. Um den Prozess der Zerlegung der Luft in ihre Hauptbestandteile Stickstoff und Sauerstoff besser verstehen zu können, hat Messer die Anlage so präpariert, das man direkt in dessen Inneres schauen kann. Dass technische Gase für den Umweltschutz benötigt werden, etwa beim Recycling von Wertstoffen, zeigen zermahlenes Radiergummi und ein Puppenkühlschrank sehr anschaulich. Xenon-Lampen, Heliumballons und ein geschweißter Fahrradrahmen machen deutlich, dass die Welt der Gase unsichtbar sein mag, aber nicht minder spannend. Bevor der Tag mit einer Pizza endete, konnten die Bad Sodener Kinder ihr neues Wissen bei einem kurzen Quiz beweisen.

Zum Andenken an Adolf Messer, der am 6. April 1978 100 Jahre alt geworden wäre, gründete die Familie Messer in jenem Jahr die gemeinnützige Adolf Messer Stiftung. Die unabhängige Stiftung ist Gesellschafterin der beiden Obergesellschaften der Messer Group GmbH, der Messer Industrie GmbH und der MIG Holding GmbH, und fördert Wissenschaft, Forschung und Lehre von Nachwuchswissenschaftlern.

Im Bereich Soziales und Gesundheit hat die Familie Messer zum Andenken an Dr. Hans Messer die gemeinnützige Dr. Hans Messer Sozialstiftung gegründet. 

Beide gemeinnützigen Stiftungen agieren unabhängig von der Messer Group.

 

Adolf Messer Stiftung

Der Stiftungszweck der Adolf Messer Stiftung ist die Triebfeder für Ausbildung und Wissenschaft. Gemäß der Satzung unterstützt die Adolf Messer Stiftung Wissenschaft und Forschung, Volks- und Berufsbildung sowie Studierendenhilfe. Bis heute wurden weit mehr als 10 Millionen Euro für Stiftungszwecke aufgewendet.

Aufgabe einer jeden Stiftung sollte es sein, Projekte und Ideen zu unterstützen, die im Rahmen staatlicher Grundversorgung nicht oder nicht ausreichend bedacht werden. Diese Idee verfolgt auch die Adolf Messer Stiftung, indem sie Wissenschaftler fördert und würdigt, die durch besondere oder herausragende Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben, Stipendien vergibt, Förderpreise verleiht und wissenschaftliche und schulische Einrichtungen unterstützt.

Die Adolf Messer Stiftung ist sowohl fördernd, als auch operativ tätig. Sie ist seit ihrer Gründung im Jahr 1978 eine gemeinnützige rechtsfähige Stiftung privaten Rechts und leistet auf vielfältige Art und Weise einen kontinuierlichen Beitrag zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, aber auch zur Förderung der Bildung in Schule und Beruf. Aufgaben, die in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnen, da es von staatlicher Seite oft nicht möglich ist, ausreichende Fördermittel zur Verfügung zu stellen. So werden Bildungsdurst, Innovationskraft, wissenschaftliche Neugier und Pioniergeist honoriert.

Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie der Volks- und Berufsausbildung einschließlich der Studentenhilfe. Der Satzungszweck wird insbesondere dadurch verwirklicht, dass einmalige oder laufende Zuschüsse (Stipendien) zur Aus- und Berufsausbildung förderungswürdiger Personen gewährt werden, wissenschaftlichen oder schulischen Einrichtungen überwiegend in der Bundesrepublik Deutschland Mittel für wissenschaftliche Zwecke oder Zwecke der Aus- und Berufsbildung zur Verfügung gestellt werden und Preise für besondere Leistungen von Wissenschaftlern und Studierenden ausgelobt werden, um dadurch die Forschung zu fördern und die Eigeninitiative anzuregen.

Stiftungspreise der Adolf Messer Stiftung
Um junge Wissenschaftler und ihre Forschung gezielt zu fördern, vergibt die Adolf Messer Stiftung seit 1994 jährlich zwei Preise: Einen für Postdoktoranden der Technischen Universität Darmstadt und einen für Postdoktoranden der Goethe Universität, Frankfurt am Main.

Der Preis der Adolf Messer Stiftung an der TU Darmstadt, an der Senator Adolf Messer 1898 selbst Student des Maschinenbaus war, dient der Förderung herausragender Leistungen auf den Gebieten der Naturwissenschaft, Ingenieurwissenschaft sowie Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Er ist der höchstdotierte Preis für Nachwuchswissenschaftler der TU Darmstadt. Der Preis ist zweckbestimmt für die sächliche und personelle Ausstattung von Forschungsvorhaben an der TU Darmstadt.

Über die Preisvergabe entscheidet jeweils eine von Stiftung und Universitätspräsidium eingesetzte fachübergreifende Vergabekommission, der stets ein Vertreter der Adolf Messer Stiftung angehört.

Adolf Messer Preis an der Goethe Universität Frankfurt
Auch an der Goethe Universität Frankfurt dient der Adolf Messer Stiftungspreis der Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftler, hier jedoch im Bereich naturwissenschaftlicher und medizinischer Grundlagenforschung. Im Jahr 2018 erhielt Alexander Vogel, Professor für Atmosphärische Umweltanalytik an der Goethe-Universität, für sein Forschungsprojekt zur Feinstaubbelastung am 26. November 2018 den Adolf-Messer-Stiftungspreis, der anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums mit 50.000 Euro dotiert war. Feinstaub gehört zu den Umweltbelastungen, deren Quellen bis heute nicht alle bekannt sind. Denn das sehr komplexe Gemisch entsteht in der Atmosphäre aus verschiedensten gasförmigen Vorläufermolekülen. Diesen auf die Spur zu kommen und damit zur Verbesserung der Luftqualität beizutragen, ist das Ziel von Alexander Vogel. In seiner Zeit als Postdoktorand am Paul-Scherrer-Institut in der Schweiz hat Alexander Vogel eine Methode entwickelt, molekulare Fingerabdrücke von atmosphärischen Feinstaubproben zu erstellen. Aus ihrer Analyse kann er auf die sekundären Bildungsmechanismen zurückschließen. Der molekulare Fingerabdruck von Feinstaubproben aus Los Angeles weist beispielsweise einen hohen Anteil an stickstoffhaltigen organischen Molekülen auf. Der Preisträger vermutet, dass eine Reduktion von Stickoxid-Emissionen auch zu einer Minderung der Feinstaubbelastung im städtischen Raum beiträgt. Um jedoch die Bildungsmechanismen der einzelnen Substanzen aufzuklären, bedarf es weiterer Analysen atmosphärischer Proben und gezielter Laborversuche, mit denen die Entstehung von Feinstaub nachgestellt wird. Durch den Vergleich von Feldmessungen mit dem Experiment kann Alexander Vogel bereits einen Teil der Signale in den Realproben bestimmten Prozessen und Vorläufermolekülen zuordnen. Von den verbleibenden Unbekannten lässt sich zumindest die Summenformel bestimmen, sodass in weiteren Laborversuchen nach der Herkunft dieser Verbindungen geforscht werden kann. Seine am Paul-Scherrer-Institut entwickelte experimentelle Methode wird Alexander Vogel nun auch an der Goethe-Universität etablieren. Dazu benötigt er unter anderem ein Gerät für die Hochleistungsflüssigchromatografie, das dank der Förderung durch die Adolf Messer Stiftung angeschafft werden kann. Bei den Studierenden des Masterstudiengangs Umweltwissenschaften stößt sein Forschungsansatz auf großes Interesse. 

Adolf Messer Preis an der Technischen Universität (TU) Darmstadt 
Ulrike Kramm, seit März 2015 Juniorprofessorin in den Fachbereichen Chemie sowie Material- und Geowissenschaften an der TU Darmstadt, entwickelt edelmetallfreie Katalysatoren für Energieanwendungen. Sie sind der Natur nachempfunden und ähneln dem roten Blutfarbstoff. Für ihre Forschung hat sie in 2018 den mit 50.000 Euro dotierten Preis der Adolf Messer Stiftung erhalten. 

Auf der Suche nach einem Ersatz für Edelmetalle, die in energierelevanten Anwendungen wie der Niedertemperatur-Brennstoffzelle oder Elektrolyseuren stecken, orientiert sich Ulrike Kramm an einem Vorbild aus der Natur: dem Blutfarbstoff Hämoglobin. In seinem Zentrum sitzt ein Eisenatom, umgeben von vier Stickstoffatomen. Anders als beim Hämoglobin, bei dem die Eisen-Stickstoff-Einheit als molekulares Zentrum in ein organisches Molekül eingebunden ist, sind die von Kramm entwickelten molekularen Zentren in reinen Kohlenstoff in Form von Graphen integriert. Kramms Katalysatoren enthalten als Metall nicht unbedingt Eisen, sondern zum Beispiel auch Kobalt, Kupfer oder Mangan. Der Bedarf an Metall für die Katalyse wird durch die Einbindung der Metalle in das molekulare Zentrum stark reduziert. Deutschlandweit dürfte es niemanden geben, der sich besser mit diesen zukunftsträchtigen Katalysatoren auskennt als die 39-jährige Wissenschaftlerin, die an der Fachhochschule Zwickau Physikalische Technik mit dem Schwerpunkt Umwelttechnik studierte und sich anschließend in einer Kooperation zwischen dem Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und Toyota mit der Optimierung neuer Brennstoffzellen-Katalysatoren beschäftigte. In ihrer Doktorarbeit am HZB, die sie im Jahr 2009 abschloss, untersuchte Kramm die Struktur der edelmetallfreien Katalysatoren. Während ihrer Postdoc-Aufenthalte am kanadischen Forschungsinstitut INRS-EMT in Varennes, am HZB und an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg verfolgte sie die Strukturaufklärung weiter und entwickelte zudem ein Reinigungsverfahren, das die Katalysatorleistung steigert. Mit ihrem Team an der TU Darmstadt arbeitet sie jetzt daran, die Langzeitstabilität der edelmetallfreien Katalysatoren zu verbessern. Außerdem entwickelt ihre Gruppe neue Analyseverfahren, um die Struktur der Katalysatoren sowie die Katalysemechanismen weiter aufzuklären. Mit dem Preisgeld des Stiftungspreises der Adolf Messer Stiftung möchte sie nun einen komplett neuen Syntheseweg erforschen und außerdem untersuchen, inwieweit sich das Konzept der Metall-Stickstoff-Einheiten auf andere molekulare Zentren für die Katalyse von Energieanwendungen übertragen lässt.

An der TU Braunschweig Deutsch lernen
Die Adolf Messer Stiftung förderte 2018 die Internationalen Sommerkurse an der TU Braunschweig – Deutsche Sprache und Kultur. Seit über 30 Jahren führt das Sprachenzentrum der TU Braunschweig internationale Sommerkurse durch. Studierende aus der ganzen Welt können Deutsch lernen, viele neue Kontakte knüpfen und bei Exkursionen nach Berlin, Wolfsburg oder in den Harz deutsche Geschichte, Wirtschaft und Kultur erleben und erlernen. Auch Stipendien vergibt das Sprachenzentrum; so stehen zum Beispiel Stipendien für besonders qualifizierte Studierende aus Osteuropa und Südost- beziehungsweise Zentralasien, Südafrika und Südamerika zur Verfügung. Die Adolf Messer Stiftung half mit finanzieller Unterstützung in 2018 – wie bereits auch in Jahren zuvor.

 

Dr. Hans Messer Sozialstiftung

Der Stiftungszweck der Dr. Hans Messer Sozialstiftung ist die Förderung der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Gemäß der Satzung unterstützt die Dr. Hans Messer Sozialstiftung mildtätige Projekte und Projekte der Wohlfahrtspflege. Auch Einzelfallhilfen können gewährt werden.

Auch in unserer Zeit gibt es viele Menschen, die schwächer sind als andere. Solche, die krank oder pflegebedürftig sind, die nicht ausreichend Unterstützung in unserer Gesellschaft erfahren und Hilfe aber dringend benötigen.

Genau hier möchte die Dr. Hans Messer Sozialstiftung Hilfe leisten und verwirklicht zeitgemäß den ihr aus dem Stifterwillen verpflichtenden sozialen Auftrag, anderen Menschen zu helfen. 

Die Dr. Hans Messer Sozialstiftung begegnet allen Menschen mit Respekt und Toleranz. Sie ist sowohl fördernd, als auch operativ tätig und seit ihrer Gründung im Jahr 2004 eine gemeinnützige unselbständige Stiftung des privaten Rechts. Sie wird von der Adolf Messer Stiftung treuhänderisch verwaltet. 

Dort wo eigene Kraft nicht ausreicht, und es von staatlicher Seite auch nicht möglich ist, ausreichend Unterstützung zu leisten, dort hilft die Dr. Hans Messer Sozialstiftung. Ein sozialer Auftrag, der sowohl der Stifterin Ria Messer, als auch dem Namensgeber der Stiftung, Dr. Hans Messer, stets sehr am Herzen lag.

Zweck der Stiftung ist die Unterstützung bestimmter Personen im Sinne des § 53 AO sowie die Förderung des Wohlfahrtswesens. Der Zweck soll dadurch verwirklicht werden, Personen zu helfen, die infolge körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind (§ 53 Nr. 1 AO), unverschuldet in Not geratene Personen, zum Beispiel infolge von Naturkatastrophen, die bedürftig im Sinne des § 53 Nr. 2 Satz 3 AO sind, einmalige oder laufende Zuschüsse zu gewähren, um deren Not langfristig zu beheben oder den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege oder anderen auf karitativem Gebiet tätigen steuerbegünstigten Körperschaften oder sonstigen steuerbegünstigten Einrichtungen zur Pflege und Behandlung schwerer, unverschuldeter Krankheiten durch Zuwendungen zu helfen, ihre Arbeit zu leisten. 

Schnelle Hilfe für kranke Kinder
Als im Jahr 2018 die Eilmeldung der Stiftung Kinderzukunft eintraf, zögerte die Dr. Hans Messer Sozialstiftung nicht lange. Schon öfter hat sie Projekte der Kinderzukunft unterstützt, da sie von der professionellen Arbeit der Stiftung mit Sitz im benachbarten Gründau überzeugt ist. Die Nachricht, dass erkrankte Kinder des Kinderdorfes in Guatemala schnellstens in Quetzaltenango operiert werden müssen, war zwar eine traurige Nachricht, aber um so mehr hoffte die Dr. Hans Messer Sozialstiftung, mit ihrer Spontanhilfe die Not schnell lindern zu können.