Sicherheit

Sicherheit

Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (SHE) sind ein wesentlicher Bestandteil des unternehmerischen Handelns von Messer. Nur ein durchgängiges, gut organisiertes SHE-System gewährleistet ein gutes Management von Geschäftsrisiken und eine kontinuierliche Verbesserung operativer Prozesse und Leistungen in den Bereichen Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz. Die Geschäftsführung von Messer Group hat im Zuge der kontinuierlichen Verbesserung im Januar 2018 eine Neufassung des SHE-Handbuchs als verbindliches Dokument im Rahmen des Messer Compliance Management Systems (CMS) herausgegeben.

Sicherheit beim Umgang mit Gasen bei uns sowie bei unseren Kunden, Sicherheit am Arbeitsplatz im technischen Bereich und in der Verwaltung sowie eine sichere Logistik und Fahrzeuge sind für unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter elementar. Das spiegelt sich deutlich in unserer Materialitätsmatrix wider. In 2018 wurde das neue webbasierte Tool INCA zum Ereignis-Management eingesetzt, um Vorfälle im Bereich Arbeitssicherheit und Umweltschutz zu erfassen und statistisch auszuwerten. Die Anzahl der gemeldeten Arbeitsunfälle mit Arbeitsausfall sank zwar geringfügig, doch erhöhten sich die Ausfalltage durch die Schwere der Unfälle. Die meisten Arbeitsunfälle geschahen im Jahr 2018 während Wartungsarbeiten. Unter anderem aus diesem Grund werden wir die Sicherheit von unseren Lieferanten in den Fokus rücken. Zukünftig sollen auch die Gesellschaften in der Region ASEAN ihre Ereignisse über INCA melden. Unser Ziel ist null Unfälle.

Im vergangenen Jahr hatten wir innerhalb der Belegschaft von Messer keinen Todesfall zu beklagen.  

Fortlaufende Sicherheitsprojekte waren auch in 2018 unser jährlicher „Safety Day“ und die Sicherheitskampagnen in unseren Landesgesellschaften, die über Großmonitore, die in stark frequentierten Gebäudeteilen, wie Betriebsrestaurants oder Aufenthaltsräumen angebracht sind, veröffentlicht werden. Auch gibt es das Ideenmanagement im Bereich Sicherheit, das zukünftig neu belebt werden wird. Wir vergeben jährlich einen Sicherheitspreis an die Landesgesellschaften, die die Sicherheitsrichtlinien am effektivsten umgesetzt haben, um unsere Mitarbeiter zu Höchstleistungen anzuspornen. Im Bereich Logistik arbeiten wir mit international anzuwendenden Sicherheitsmaßnahmen und praktizieren stetigen Erfahrungsaustausch zur Verbesserung unserer Sicherheitsperformanz. Sicheres Verhalten soll zukünftig auch im Bereich Logistik ausgezeichnet werden. Außerdem sollen Lieferantenaudits die Sicherheitsmaßnahmen der Logistik flankieren.

Unsere Reihe von Pocket-Guides zur Sicherheit im Umgang mit und beim Transport unserer Gase, die für Flaschengasekunden konzipiert sind, wird auch zukünftig erweitert. 

Im Bereich der operativen Sicherheit haben wir unsere Richtlinien weiterentwickelt und fortlaufend Risiko-Analysen durchgeführt. Der Kontakt und die Kommunikation zwischen den Betriebsführern unserer Produktionsanlagen und unserem zentralen Sicherheitsmanagement sollen weiter ausgebaut werden. Zusätzlich wird an der Harmonisierung unseres Sicherheitssystems für Anlagen gearbeitet. 

Sicherheit unserer Mitarbeiter

Die Zahl der gemeldeten Arbeitsunfälle mit Arbeitsausfall sank auch im Jahr 2018 weiter von 15 im Jahr 2017 auf 14. Die Arbeitsausfallrate von Mitarbeitern pro einer Million Arbeitsstunden (Unfallhäufigkeitsrate) verringerte sich von 1,4 (2017) auf 1,3. Allerdings erhöhte sich die Anzahl der Arbeitsausfalltage (Arbeitsunfall-Schwerequote) pro einer Million Arbeitsstunden erheblich von 45,5 in 2017 auf 64 im Jahr 2018. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle betrug 23 und ist damit im Vergleich zu 2017 um 14 gesunken. Die Häufigkeitsrate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle pro einer Million Arbeitsstunden ging von 3,5 auf 2,2 zurück. Verletzungen oder Erkrankungen standen nicht in direktem Zusammenhang zu unseren Produkten, waren aber meist Konsequenz aus Unachtsamkeit, Eile, dem Nehmen von Abkürzungen oder Unordnung.
 


Safety-Award und Safety Day 2018
Aufklärungskampagnen am Safety Day, die jährliche Vergabe des Safety-Awards, regelmäßige Sicherheitsbegehungen und der Austausch über Newsletter oder persönlich zwischen der Belegschaft halten die Wachsamkeit der Mitarbeiter aufrecht, denn sie sind für ihre Gesundheit und Sicherheit verantwortlich. Der Safety-Award 2018 wurde im April an Messer Hungarogáz, Ungarn, vergeben, MG Odra Gaz, Tschechische Republik, erhielt den zweiten Preis. Am 14. September 2018 veranstaltete Messer seinen jährlichen internationalen Safety Day. Das Hauptthema des Tages lautete “Defensives Fahren”. Viele Messer-Mitarbeiter nutzen ihr eigenes oder ein Dienstfahrzeug für den Weg zur Arbeit. Bei Messer waren Wegeunfälle in 2018 die zweithäufigste Ursache für Verletzungen. Am jährlichen Safety Day finden keine regulären Sicherheitsunterweisungen statt. Dieser Tag ist dafür vorgesehen, die 14 Sicherheitsregeln von EIGA, dem Europäischen Verband für Industriegase, sukzessive deutlich zu machen.

Sicherheitsauszeichnungen von EIGA
Messer hat vom Europäischen Industriegaseverband EIGA anlässlich der Sommertagung im Juni 2018 in Riga, Lettland, sechs Sicherheitsauszeichnungen für vorbildliche Arbeitssicherheit entgegengenommen: Messer Technogas (Tschechische Republik) wurde der „Gold Two Star Safety Award“ für zwei Millionen geleistete Arbeitsstunden mit null Arbeitsunfällen im Flaschengase-Abfüllwerk Kladno verliehen. Für 15 Jahre unfallfreien Betrieb am Standort Niš wurde Messer Tehnogas (Serbien) mit dem „Gold Safety Award“ geehrt. Messer Hungarogáz (Ungarn) erhielt eine silberne Sicherheitsauszeichnung für 500.000 geleistete unfallfreie Arbeitsstunden am Standort Budapest. In der Kategorie „Bronze“ wurden der Standort Saint-Georges-d’Espéranche von Messer France (Frankreich) sowie der Standort Smederevo von Messer Tehnogas (Serbien) für jeweils fünf Jahre mit null Arbeitsausfällen geehrt. Darüber hinaus wurde Messer Hungarogáz von dem Europäischen Industriegaseverband mit dem „Road Safety Award 2017“ für die niedrigste Unfallrate in der Kategorie „Flaschengase-Transportfahrzeuge“ geehrt, gemessen an einer jährlichen Fahrleistung von 500.000 bis zwei Millionen Kilometern.  

Sicherheit unserer Kunden

Im Jahr 2018 haben wir bei unseren Kunden 8.890 Anlagen betrieben, das waren 82 mehr als im Vorjahr. Diese Anlagen wurden insgesamt 9.395 technischen Überprüfungen unterzogen. Messer hat 2.170 Sicherheitsaudits bei eigenen Anlagen auf Kundengelände durchgeführt, das waren 588 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Sicherheitstrainings für Kunden ist leicht von 1.590 (2017) auf 1.563 gefallen, verblieb aber insgesamt auf einem hohen Niveau. An unseren Sicherheitstrainings nahmen insgesamt 5.273 Personen teil, das war ein Anstieg von 557 Kunden. 
 


Web-Tutorial zum sicheren Umgang mit Flaschenbündel MegaPack C
In 2018 wurde ein Tutorial mit einer schrittweisen Anleitung zum richtigen Anschließen des kompakten Flaschengase-Bündels „MegaPack C“ veröffentlicht. Das Video ist in deutscher und englischer Sprache im YouTube-Kanal von Messer zu finden. Informationen über die besonderen Eigenschaften des MegaPack C, ein Experten-Interview sowie eine Zusammenfassung der Vorteile komplementieren das knapp vier Minuten lange Tutorial. Mit diesem Video setzt Messer seine Strategie fort, bei Flaschengaseanwendungen mehr Service und Sicherheit zu bieten. 2017 veröffentlichte der Industriegasehersteller bereits vier Pocket-Ratgeber zum sicheren Umgang mit Gasen und dessen Transport.

Gezielte Druckentlastung
Bei einem Brand in Dillenburg, Deutschland, sicherte die Feuerwehr nicht mehr identifizierbare Gasflaschen. Auf dem Übungsgelände der Feuerwehr wurden diese Flaschen durch eine Sondereinheit der Polizei unter Beschuss genommen und damit druckentlastet. Das dafür notwenige technische Konzept erarbeitete Messer Industriegase. Abschließend wurden die Flaschen ordnungsgemäß entsorgt.

Sicherheit unserer Logistik und Fahrzeuge

Der Transport von Gasen und Ausrüstung auf der Straße und die Belieferung der Kunden sind Tätigkeiten, die in der Gaseindustrie mit den größten Risiken behaftet sind. Aus diesem Grund hat Messer die European Road Safety Charter unterschrieben und sich verpflichtet, einen besonderen Fokus auf den Bereich Transportsicherheit zu legen. Zusätzlich zu den gesetzlichen Vorschriften zum Betreiben eines Fuhrparks hat sich das eigene Transportsicherheitskonzept von Messer bewährt. 

Ein Großteil des für Messer tätigen Fahrpersonals ist bei externen Beförderungsunternehmen beschäftigt. Diese Unternehmen sind für die Schulungen der Fahrer gemäß ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) verantwortlich. Leider ist die Anzahl der vermeidbaren Unfälle beim Transport unserer Flaschengase im Jahr 2018 von vier (2017) auf neun gestiegen. Pro Million gefahrener Kilometer bedeutete das einen Anstieg von 0,17 auf 0,41. 

Die Anzahl der vermeidbaren Unfälle beim Transport von Flüssiggasen ist ebenfalls leicht von 13 (2017) auf 14 gestiegen; die Häufigkeitsrate pro Millionen gefahrener Kilometer erhöhte sich somit von 0,15 in 2017 auf 0,19 in 2018.

Mit Hilfe von geeignetem Lieferantenmanagement, Informationen zum defensiven Fahren sowie Ladungsbefestigung soll die Anzahl der Unfälle reduziert werden. 

Darüber hinaus hat Messer ergänzend zu den Schulungsmaterialien der Beförderungsunternehmen ein eigenes, modulares Fahrerschulungsprogramm („Driver Training Package“) erstellt, nach welchem die Fahrer geschult werden. Die wichtigsten Themen der Schulungen sind:

  • Gesetzliche Vorschriften (ADR und nationale Vorschriften)
  • Technische Aspekte (Gefahren durch das Produkt, Fahrzeug- und Tanktechnik, Fahrzeugkontrollen, Sicherheitstechnik)
  • Unfallvermeidung
  • Defensives, ökonomisches Fahren

Zudem erhalten alle Fahrer ein Fahrerhandbuch speziell für deren Tätigkeit (Bulk-, Flaschen- oder Service-Fahrzeuge). Somit ist gewährleistet, dass die Fahrer alle wichtigen Informationen zu ihrer Tätigkeit direkt griffbereit haben.

In 2018 hat Messer des Weiteren die Einführung eines On-Board-Computer-Systems mit Fokus auf Transportsicherheit geprüft. Das System gibt zum einen direktes optisches und akustisches Feedback an den Fahrer bezüglich wirtschaftlicher und sicherer Fahrweise, sodass er direkt seine Fahrweise anpassen kann. Zum anderen erlaubt es mittels Fahrdatenanalyse die Auswertung von Grenzwertüberschreitungen und Unfällen. Die ermittelten Daten werden zudem verwendet, um ein Benchmarking der Fahrweisen einzelner Fahrer zu ermöglichen, und um gezielt Nachschulungen der Fahrer bezüglich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu unterstützen. Nach erfolgreicher Testphase in zwei Landesgesellschaften soll das System in 2019 in einem Großteil des Fuhrparks eingesetzt werden.

Darüber hinaus sind Messer-Spezialisten in allen relevanten Gremien der EIGA und zum großen Teil auch in den nationalen Verbänden tätig. Die Erkenntnisse aus den Gremientätigkeiten fließen kontinuierlich in das Fahrerhandbuch und das Fahrerschulungsprogramm ein, um die Transportsicherheit zu erhöhen. Somit leistet Messer seinen Beitrag zu einer stetigen Reduzierung der Anzahl transportbedingter Zwischenfälle.