Wirtschaft und Unternehmen

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Strategische Ausrichtung

Messer hat durch das Joint Venture Messer Industries GmbH mit Wirkung zum 1. März 2019 gemeinsam mit CVC Capital Partners Fund VII („CVC“) den überwiegenden Teil des Gasegeschäfts der Linde AG in Nordamerika sowie einzelne Geschäftsaktivitäten von Linde und Praxair in Südamerika übernommen. Insgesamt investierte Messer Industries rund 3,6 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro). Messer brachte den überwiegenden Teil seiner westeuropäischen Gesellschaften in das Joint Venture ein.

Mit rund 5.400 Mitarbeitenden erwirtschafteten die erworbenen Aktivitäten von Linde in den USA, Kanada, Brasilien und Kolumbien sowie die chilenische Gesellschaft von Praxair in 2018 einen Umsatz von 1,8 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden Euro) bei einem EBITDA von etwa 408 Millionen US-Dollar (359 Millionen Euro).

Messer plant, bereits in wenigen Jahren das Joint Venture zu 100 Prozent in das Familienunternehmen Messer Group zu integrieren. Im Zuge der Zusammenführung beider Konzerne möchten wir mittelfristig wieder ein Global Player sein, der auf den relevanten Märkten für Industriegase mitspielt. Finanzielle Stärke, Geschäftsstärke und Organisationsstärke sind die drei Aspekte, auf die Messer hinarbeiten möchte. Ziel ist es, das Geschäft, das Messer zusammen mit dem Finanzinvestor CVC von Linde und Praxair übernommen hat, im Jahr 2022 komplett in die Messer Gruppe zu integrieren und CVC auszuzahlen. Neue Projekte, Margensteigerung in bestehenden Märkten, Automatisierung und Prozessverbesserungen sollen unter anderem dafür sorgen, dass Messer sich wirtschaftlich weiterhin stark entwickelt. Erfolgreiche Anwendungen in Europa sollen im asiatischen Markt bekannt gemacht und implementiert werden und neue Kundensegmente identifiziert werden. 

Im Juni 2018 erhielt Messer Ibérica in Spanien Besuch von einer fünfzehnköpfigen Delegation aus China. Die Gruppe bestand aus Führungskräften verschiedener chinesischer Messer-Gesellschaften und Vertretern von Großkunden. Messer Ibérica informierte über die Entwicklung und Aktivitäten in Spanien und Portugal, über das Pipelinegeschäft im Chemiepark Tarragona sowie über den Vertrieb von Flaschen- und Flüssiggasen. Zudem besuchten die Gäste die Luftzerlegungsanlage in El Morell. Vorgestellt wurden hier der Anlagenstandard, Projekte zur Energieeffizienz sowie die Belieferung von Pipelinekunden.

Die aufstrebende Region ASEAN wird zukünftig von Thailand ausgeführt. Messer fokussiert sich zunächst auf die Märkte in Thailand, Vietnam und Malaysia. Im Zuge des akademischen Austauschs zwischen der Frankfurt School of Finance & Management und Messer Group, besuchte uns am 23. Mai 2018 eine Delegation hochrangiger Banker aus Myanmar. Ergänzend zu einer kurzen Präsentation unseres Unternehmens und dem Besuch des Messer-Museums konnten sich die Teilnehmer mit Stefan Messer persönlich austauschen. Daraus ergaben sich gleich mehrere vielversprechende Ansatzpunkte für ein Engagement unseres Unternehmens in Myanmar, das in unserer Wachstumsregion ASEAN liegt.

Messer hat am 6. Juni 2018 in Krefeld, Deutschland, ein neues internationales Kompetenzzentrum in Betrieb genommen. Es dient der Erprobung von Technologien zur Anwendung von Gasen in den Bereichen Lebensmittel, industrielle Kryoanwendungen, Schweißen und Schneiden sowie Chemie und Umwelt. Die Hallen bieten Platz für künftige Erweiterungen. 

Bisher waren Technika für die verschiedenen Bereiche auf unterschiedliche Standorte in mehreren Ländern verteilt. Sie wurden nun in Krefeld zusammengeführt, von wo aus wichtige Zentralfunktionen des Unternehmens gesteuert werden, darunter die Anwendungstechnik. Fachleute aus den verschiedenen Bereichen können sich so anhand praktischer Versuche austauschen und gemeinsam neue Lösungen für Kunden finden.

Die Ausstattung des neuen Technikzentrums umfasst unter anderem eine Kaltmahlanlage mit kompletter Klassier- und Analysetechnik, Equipment zum kryogenen Kühlen und Frosten von Lebensmitteln, Versuchsequipment für den Bereich Transportkühlung, eine Anlage für Hochdruckextraktion mit superkritischen Fluiden sowie Schweißgeräte für alle gängigen Schweißverfahren. Räume und Anlagen stehen zudem für Fortbildungsveranstaltungen von Mitarbeitern sowie Kunden zur Verfügung. 

Ein spezialisiertes Kompetenzzentrum bildet die Stufe zwischen Forschung und Entwicklung unter Laborbedingungen auf der einen und der industriellen Anwendung auf der anderen Seite. Es dient der detaillierten Analyse technischer Abläufe, der praktischen Erprobung neuentwickelter Anwendungstechnik sowie der Ausarbeitung spezifischer Lösungen für einzelne industrielle Anwendungen, welche in enger Zusammenarbeit mit Universitäten und Kooperationspartnern durchgeführt werden.

Im Bereich Schweißen und Schneiden haben sich unter anderem aus der rasanten Entwicklung der Lasertechnologie viele neue Anforderungen an Schneid- und Schweißgase ergeben. Spezifische Gasgemische können Effizienz und Qualität von Schweißverfahren deutlich steigern. Zu diesem Bereich gehören auch additive Fertigung und 3D-Druck mit metallischem Material, wobei Schutzgase unverzichtbar sind. 

Das gilt ebenso für den Bereich Chemie und Umwelt, wo sie für Sicherheit in den Prozessen sorgen und die Qualität der Produkte bewahren helfen. In der Regel geht es dabei um das Verhindern von Oxidationsreaktionen und damit auch um das Eindämmen von Brand- und Explosionsgefahr. Auf der anderen Seite wird Sauerstoff aber auch gezielt zur Prozessoptimierung eingesetzt, nicht zuletzt bei der Aufbereitung von Trinkwasser, Abwasser und Prozesswasser. 

Die Lebensmittelindustrie nutzt Gase wegen ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften. Als modifizierte Atmosphäre in der Lebensmittelverpackung (kurz MAP; Modified Atmosphere Packaging) tragen sie zur Verlängerung der Produkthaltbarkeit bei; als Kältelieferant werden sie in zunehmendem Maß sowohl in der Verarbeitung als auch beim Transport eingesetzt. So werden kryogene Gase in der Lebensmittelproduktion zum schnellen Einfrieren, zum Oberflächenanhärten oder als Kältequelle während diverser Mischvorgänge eingesetzt. Für den Transport von Lebensmitteln können entweder ganze Lkw-Laderäume oder einzelne Isoliercontainer auf der gewünschten Temperatur gehalten werden. 

Beim Kaltmahlen wird meist Flüssigstickstoff mit einer Temperatur von minus 196 Grad Celsius verwendet. Das kalte Gas macht das Mahlgut spröde und ermöglicht so die Herstellung von extrem feinen Pulvern. Außerdem wirkt die Kälte dem Verdampfen flüchtiger Inhaltsstoffe entgegen, was insbesondere beim Mahlen von Gewürzen wichtig ist, um die Aromastoffe im Produkt zu halten. Ein weiteres Beispiel für eine effiziente, umweltfreundliche Anwendung mit flüssigem Stickstoff ist das Reinigen von Abluftströmen durch Kondensation und Ausfrieren von dampfförmigen Stoffen aus Prozessabgasen in der chemischen Industrie, wobei die verflüssigten Dämpfe oft wiederverwendet werden können.

Der Physiker und Nobelpreisträger Dr. Dr. Georg Bednorz, einer der Entdecker der Hochtemperatur-Supraleitung, sprach als Ehrengast bei der Einweihung des Technikzentrums über Supraleitung als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Die modernen Hochtemperatur-Supraleiter verlieren ihren elektrischen Widerstand beim Kühlen mit flüssigem Stickstoff und besitzen seit einigen Jahren Marktreife für energietechnische Anwendungen. Hochtemperatur-Supraleiterkabel übertragen verlustfrei große Strommengen und ermöglichen so den Aufbau hocheffizienter Energieverteilungssysteme in Großstädten und Industrieanlagen.

Grundlage für Wachstum wird insbesondere durch Investitionsprojekte geschaffen.
 


In 2018 sind beispielhaft nachfolgende Projekte angestoßen oder realisiert worden. 

Investitionen in Europa

Rumänien: Messer erwirbt BUSE Gaz
Messer hat mit Wirkung zum 4. Mai 2018 die BUSE Gaz S.R.L. in Rumänien gekauft. Mit dieser Investition hat Messer die insgesamt 39 Mitarbeiter des Unternehmens sowie das gesamte Anlagevermögen übernommen. In circa zwei Jahren soll nach Erweiterung und Modernisierung der heutige Firmensitz von BUSE in Bukarest zur neuen Zentrale von Messer in Rumänien werden. Beide Unternehmen ergänzen sich hinsichtlich ihrer Aktivitäten und ihrer Betriebs- und Produktionsstrukturen. Mit je einem Abfüllwerk für Flaschengase in Deva und Valcea sowie einem weiteren Abfüllwerk in Bukarest stärken wir unsere geografische Aufstellung und vervollständigen unser Produktportfolio mit flüssigem CO2 und Trockeneis.

Deutschland: Luftzerlegungsanlage bei St. Gobain
St. Gobain hat entschieden, die in 2019 neu zu erbauende Glaswanne am Standort Speyer mit Erdgas und reinem, gasförmigem Sauerstoff zu beheizen. Messer errichtet für die langfristige Versorgung des Kunden am Standort Speyer eine neue und damit dritte Luftzerlegungsanlage in Deutschland. Die Anlage, in die mit einem Partner aus der Branche investiert wird, erzeugt zusätzlich flüssigen Sauerstoff, Stickstoff und Argon zur Versorgung umliegender Kunden, auch im angrenzenden Frankreich und in der Schweiz. Synergien durch das Zusammenfassen der Bedarfsmengen an gasförmigen und flüssigen Produkten führen zu einer höheren Wirtschaftlichkeit für alle Beteiligten und gaben somit den Ausschlag im Bieterwettbewerb.

Deutschland: Erste Anlage zur Herstellung von Wasserstoff in Deutschland
Messer hat in 2018 einen Wasserstoff-Liefervertrag über eine Laufzeit von 15 Jahren mit RÜTGERS Germany, einer Tochtergesellschaft von Rain Carbon Inc., unterzeichnet. Insgesamt neun Millionen Euro investiert Messer in eine Anlage zur Herstellung von Wasserstoff auf dem Gelände von Rain Carbon Inc. in Castrop-Rauxel. Das Unternehmen setzt den Wasserstoff bei der Hydrierung von industriellen Harzen ein. Zusätzlich nutzt Messer die Anlage zur Versorgung weiterer Wasserstoff-Kunden in der Region. Die Anlage produziert Wasserstoff nach dem Steamreforming-Verfahren, welches Erdgas als Einsatzstoff verwendet, und wird eine Kapazität von 2.700 Normkubikmetern pro Stunde haben. Dies entspricht etwa 15 Tankwagenfüllungen pro Tag. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2019 geplant. Mit dieser Anlage baut Messer seine erste Wasserstoffanlage in Deutschland.

Slowenien: Erster Luftzerleger von Messer 
Am 25. Mai 2018 nahm Messer Slovenija seine erste Luftzerlegungsanlage am neuen Produktionsstandort Škofja Loka in Betrieb. Statt per 100 Lkw-Ladungen pro Woche kann der größte Kunde die benötigten Industriegase nun direkt von dort beziehen. 20 Arbeitsplätze sind vor Ort entstanden.


Eröffnung der Luftzerlegungsanlage in Škofja Loka, Slowenien.
Ernst Bode, Johann Ringhofer, Valentin Ilievski, Stefan Messer, Adolf Walth, Bojan Andrejašičm, Zoran Wltavsky (v. l. n. r.)

Ungarn: Natürliches CO2 für wachsenden Bedarf
Messer hat den Bau seiner bereits dritten Anlage für CO2-Gewinnung in Ölbő erfolgreich abgeschlossen. Dort wird hochreines Kohlendioxid aus einer natürlichen Quelle gewonnen. Die Quelle selbst liegt in rund 2.000 Meter Tiefe. Das Gas wird vor allem an die Getränkeindustrie in Ungarn und den Nachbarländern geliefert. Um deren schnell wachsenden Bedarf zu befriedigen, wurde die ursprüngliche Fördermenge inzwischen verdreifacht. Neben der Gewinnung aus natürlichen Quellen fällt CO2 oft als Nebenprodukt bei Prozessen der chemischen Industrie an und wird dann gereinigt. Das natürliche CO2 verfügt dagegen über eine hohe Reinheit und kann unabhängig von anderen industriellen Prozessen gewonnen werden. Damit ist die Anlage in Ölbő eine der zuverlässigsten CO2-Quellen Europas.

Tschechische Republik: Investitionen in Vratimov
Im Oktober 2018 konnte MG Odra Gas den Liefervertrag für Sauerstoff, Stickstoff und Argon mit dem Stahlhersteller ArcelorMittal Ostrava um weitere zehn Jahre bis 2030 verlängern. Um die Produktion im Stahlwerk Vratimov langfristig zu sichern und sie dabei effizienter sowie profitabler zu gestalten, erneuern wir unsere am Standort betriebene Luftzerlegungsanlage inklusive Verflüssigungskapazität. Außerdem werden die bestehenden On Site-Kunden Biocel und OKD dadurch langfristig abgesichert. 
 

Investitionen in Asien

In Dung Quat, Vietnam, errichtet Messer zwei Luftzerlegungsanlagen, um das neue Stahlwerk von Hoa Phat Steel über Rohrleitung mit Sauerstoff, Stickstoff und Argon zu beliefern. Die Anlagen gehen 2019 in Betrieb.

Die starke Nachfrage in China hat zur Vollauslastung fast aller chinesischen Produktionsanlagen in 2018 geführt. Um auch in Zukunft die Versorgung der Kunden sicherzustellen, wurden Erweiterungsprojekte an zahlreichen Standorten initiiert. Außerdem sind Produkterweiterungen im Bereich der Spezialgase geplant. Hierzu wird ein neues Spezialgasewerk in Anhui errichtet.

Der Ausbau der Elektronikindustrie in China führt zu einem hohen Bedarf an On Site-Anlagen zur Versorgung mit hochreinem Stickstoff. Neben einem Ausbau der Stickstoffversorgung von BOE Optoelectronics Technology am Standort Chengdu, konnte Sichuan Messer einen neuen Vertrag mit dem Kunden Truly abschließen und baut derzeit zwei Generatoren für gasförmiges Argon für das neue Werk von Truly in Sichuan.

Weitere Informationen zu Investitionen finden sich im Konzernlagebericht 2018 der Messer Group GmbH.

Datenschutz

Am 25. Mai 2018 sind zwei neue Gesetze in Kraft getreten: die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die neue Fassung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG-Neu). Ein DSGVO-Projektteam von Messer hat frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um Messer auf die neue Gesetzgebung und deren Stichtag vorzubereiten: Seit Mai 2017 wurden die für die Einhaltung der neuen Gesetzgebung notwendige Geschäftsprozesse festgelegt sowie kritische Bereiche und Funktionen gezielt auf die neuen Vorschriften hin geprüft. 

Die neuen Gesetze räumen dem Datenschutz in Europa einen höheren Stellenwert ein: Fristen werden verkürzt, Sanktionen erhöht, die Anforderungen an die Dokumentation wurden erheblich erweitert, wobei die grundsätzlichen Datenschutzprinzipien gleichgeblieben sind. Beim Datenschutz geht es im Wesentlichen um personenbezogene Daten. Das sind zum Beispiel Name, E-Mail-Adresse, Postadresse und Geburtsdatum, aber auch IP-Adresse des Computers, Einkommen, Gesundheitsdaten und weitere Informationen, mit denen eine Person identifiziert werden kann. Dieser Schutz war bereits zuvor in Deutschland sowie in vielen Ländern der Europäischen Union (EU) gefordert, allerdings nicht einheitlich. Mit der DSGVO wurde nunmehr ein für alle Länder der EU und EWR verbindlicher Rahmen geschaffen.

Messer muss jetzt nachweisen können, dass wir mit den Daten unserer Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner jederzeit rechtskonform umgehen. War es bisher in der Verantwortung der Behörden, den Unternehmen eventuelle Fehler nachzuweisen, so muss jetzt das Unternehmen im Streitfall beweisen, dass wirksame Maßnahmen zum Schutz der personenbezogenen Daten implementiert wurden.

Datenschutz-Themen betreffen jeden Arbeitsplatz, insbesondere HR, Marketing und Vertrieb. Immer dann, wenn Prozesse oder Systeme, mit denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, neu erstellt oder angepasst werden, ist eine Überprüfung der Datenschutzeinstellungen notwendig. Hierbei werden alle benötigten Informationen erfasst, Schutzmaßnahmen festgelegt und im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten dokumentiert.

Die europäischen Landesgesellschaften von Messer sowie die Messer Group GmbH kommunizieren ihre Datenschutzhinweise in der jeweiligen Landessprache über ihre Webseiten. Die Mitarbeiter haben ihre E-Mail-Signatur in Outlook entsprechend angepasst, indem jeweils ein Link auf die Datenschutzhinweise ihrer Landesgesellschaft (Pflichtangabe) und auf die von Messer Group GmbH (optional) verweist. Gesellschaften außerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz sollten auf eine englische Sprachversion ihrer Datenschutzverweise verlinken. Darüber hinaus wurde empfohlen, die Links der Datenschutzhinweise von Messer Group und der jeweiligen Landesgesellschaft in Geschäftsdokumente einzubinden, wie in Verträge, Auftragsbestätigungen, Rechnungen, Lieferscheine, etc.

Digitalisierung

Die Informationstechnologie durchdringt heute nahezu alle Bereiche eines modernen Unternehmens. Disziplinen der Digitalisierung wie künstliche Intelligenz, Big Data, oder das Internet der Dinge erhöhen die Effizienz von Produktionsprozessen und tragen damit zu Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei oder erweitern das Spektrum von Dienstleistungen, das wir unseren Kunden anbieten können.

Die Produktion von Luftgasen ist ein energieaufwändiger Prozess. Jede zusätzliche Optimierung der Energieeffizienz derartiger Anlagen geht einher mit einem erheblichem Einsparpotenzial bei den benötigten Ressourcen. Der Relevanz des Themas entsprechend untersuchen wir parallel zwei unterschiedliche Ansätze zur Steuerungsoptimierung über intelligente IT-Systeme. Eines dieser Projekte ist aus dem aktuellen Junior Circle entstanden und wird auch maßgeblich durch eine Teilgruppe unseres Nachwuchsprogramms vorangetrieben.

Die beiden anderen Teilgruppen des Junior Circle analysieren Optimierungspotenziale im Einsatz unserer Gasflaschen und entwickeln Lösungen zur Verbesserung von fallbezogener Kundenkommunikation. Für die Optimierung unseres Flaschenparks implementieren wir unter anderem Big Data-Analysen auf dem Datenbestand aus unserem Behälterverfolgungssystem BABEL. 

Für eine interaktive Beantwortung von Fragen zu unseren Produkten stellen wir – zunächst regional und inhaltlich beschränkt – auf unseren Webseiten einen Chatbot zur Verfügung. Seit Anfang 2019 ermöglichen wir den Service-Technikern in den Landesgesellschaften, unsere Kunden schnell und effizient remote über das Internet zu unterstützen.

Für eine automatisierte Kommunikation von Software-Systemen auch über Unternehmensgrenzen hinaus stellen wir unseren Kunden und zukünftig auch unseren Lieferanten einfach zu integrierende Schnittstellen zum elektronischen Transfer von Bestellungen oder Rechnungen zur Verfügung. 

Im Internet der Dinge bewegen sich seit inzwischen 20 Jahren viele unserer Tank-Installationen. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt und statten erste mobile Behälter mit Technik zur Übertragung des aktuellen Füllstands aus. Damit verfolgen wir das Ziel, auch diesem Kundenkreis einen erweiterten Service rund um eine optimierte Versorgung anbieten zu können.

IT-Sicherheit

Die Informationstechnologie ist heute in nahezu allen Bereichen von modernen Unternehmen anzutreffen. Funktionen wie Internet, E-Mail und ERP sind täglicher Bestandteil unserer Arbeit und unterstützen die Kommunikation und die betrieblichen Prozesse und tragen somit wesentlich zur Wertschöpfung und Effizienz und damit zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei.

Um die Themen der Datensicherheit für die IT-Funktionen und deren Daten zentral zu steuern, wurde die Stelle des Group IT Security Officer bei der Messer Group geschaffen. Herausgestellt werden die Schutzziele Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität der Daten.

Im Rahmen des neu definierten Bereichs werden sukzessive IT-relevante Bereiche untersucht, fragmentierte Informationen zentral gesammelt und zukünftig in einem Datensicherheitskonzept vereint. Bereits genutzte Cloud-Services werden inventarisiert; dies geschieht durch einen neu geschaffenen Organisationskreis mit Teilnehmern zunächst aus Europa. 

Als eine der ersten Maßnahmen ist ein Konzept für die Bewertung von Clouddiensten initiiert worden. Ziel ist die Bewertung und Risikoeinschätzung für die Datensicherheit und der Schutz von personenbezogen Daten.

Über den zentralen Ansprechpartner für IT-Sicherheit werden Kontakte zu Dienstleistern mit dem Ziel hergestellt, unsere IT-Sicherheit durch Penetrationstest zu prüfen und somit den Betrieb von industriellen Kontrollsystemen sicherer zu gestalten.

Nachhaltige, dokumentierte Lieferkette

Eine nachhaltige Lieferkette ist eine der Grundlagen für den wirtschaftlichen Erfolg von Messer. 

Eine entscheidende Rolle spielen hierbei die Beziehungen zwischen Messer und seinen wichtigsten Lieferanten (Key Supplier), die von den Abteilungen Logistics/Sourcing und Engineering/Produktion, jeweils für deren Fachgebiete, gepflegt werden. Diese Abteilungen übernehmen oder begleiten zentral den europaweiten Einkauf von Logistikdienstleistungen, Bedarfsgütern, Handelswaren, Anlagen, Maschinen, Transport-Equipment und Behältern. Sie sind beide nach ISO 9001 zertifiziert und haben im Rahmen der Zertifizierungen robuste und nachhaltige Qualitätsmanagementsysteme aufgebaut. Wiederkehrende Lieferantenaudits der Key Supplier sind maßgeblich für die Beurteilung der Lieferanten.

Die Abteilung Corporate Produktion unterstützt die Messer-Landesgesellschaften beim Betrieb und der Instandhaltung der bestehenden Produktionsanlagen (Störungsbeseitigungen, Instandhaltungsplanung, Know-how-Transfer/Schulungen, Standardisierungen).

Die Abteilung Engineering ist verantwortlich für alle technischen und beschaffungstechnischen Aspekte im Zusammenhang mit der Umsetzung von Projekten zur Erzeugung von Gasen aller Art. Hierzu zählen die Entwicklung sowie der Bau oder Umbau von Anlagen zur Erzeugung von technischen und medizinischen Gasen. Diese Aufgaben umfassen neben der Anlagenauslegung, dem Projektmanagement und der Bauleitung auch die Beschaffung/Einkauf aller erforderlichen Anlagenkomponenten bis hin zur Inbetriebnahme. 

Logistics/Sourcing zusammen mit Messer Gaspack, stellt für Messer und Kunden die Verfügbarkeit von Produkten (Gasen jeglicher Art) und deren Transport sicher. Hierzu gehören die Entwicklung und der Einkauf von Tankwagen, stationären Kundenbehältern und Verdampfern, der Einkauf, die Vermietung und die wiederkehrende Prüfung von Gasflaschen, der Einkauf von elektrischem Strom für die Produktionsanlagen und der Einkauf von Gasen von Drittquellen. Zudem unterstützt Logistics/Sourcing die Landesgesellschaften bei dem Management von Beförderungsverträgen und der Organisation von Schwertransporten. Durch die zentrale Bearbeitung dieser Fachgebiete können zum einen wirtschaftliche Vorteile erzielt werden, zum anderen werden flächendeckend hohe Qualitätsstandards realisiert.

Im Jahr 2018 hat die Abteilung Logistics/Sourcing insgesamt sechs Key-Supplier-Audits durchgeführt. Ein Schwerpunkt des Audits liegt in der Überprüfung der Fertigung und der Qualität der hergestellten Produkte. In dem Zusammenhang wird bei den Key Suppliern seit diesem Jahr auch die Einhaltung der Prinzipien des UN Global Compact abgefragt. 

Die Beurteilung des Lieferanten erfolgt in vier Kategorien. Bei nicht zufriedenstellender Beurteilung werden zusammen mit dem Lieferanten Maßnahmen zur Verbesserung ausgearbeitet. 

Neben dem Qualitätsmanagementsystem (z. B. ISO 9001) sind die Einhaltung von Sicherheitsstandards, die Durchführung und Qualität von Schulungen der Mitarbeiter und die Überprüfung der eingesetzten Maschinen sowie Umweltaspekte die wesentlichen Aspekte einer Lieferantenbeurteilung. Dabei wird insbesondere auch geprüft, wie der Einsatz und die Entsorgung von Flüssigkeiten in der Produktion erfolgt. Zum Beispiel wird für die Druckprüfung von Behältern aller Art (Tanks, Tank-Auflieger, Gasflaschen) aus Sicherheitsgründen in der Regel Trinkwasser als Kompressionsmedium verwendet. Dessen nachhaltige Verwendung wird im Lieferantenaudit hinterfragt. 

Die Ergebnisse der Lieferantenaudits in 2018 waren sehr zufriedenstellend. Alle Lieferanten konnten, zum Teil nach Abarbeiten eines Maßnahmenkatalogs, den Anforderungen von Messer entsprechen.